Erstellt am 10. Mai 2011, 13:20

Produktpiraterie 2010 gestiegen. Der heimische Zoll hat 2010 mehr Sendungen mit gefälschten Produkten abgefangen als im Jahr davor. Die Zahl der dabei aus dem Verkehr gezogenen Artikel fiel aber deutlich, ebenso wie der Wert der illegalen Ware.

Der heimische Zoll hat 2010 mehr Sendungen mit gefälschten Produkten abgefangen als im Jahr davor. Die Zahl der dabei aus dem Verkehr gezogenen Artikel fiel aber deutlich, ebenso wie der Wert der illegalen Ware. Das Internet gewinne als Vertriebsschiene an Bedeutung, dadurch werden immer kleinere Sendungen verschickt. Außerdem werden weniger Luxusartikel und vermehr Massenkonsumgüter gefälscht.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Produktpirateriebericht 2010 wurde mit 2.803 Sendungen eine Rekordzahl an Transporten abgefangen. Die Zahl der aufgegriffenen Artikel fiel aber im Jahresabstand von 416.263 auf 292.606, der Wert (wäre es Originalware gewesen) von 16 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro. Praktisch immer (99,64 Prozent) sind die Zollbehörden auf Antrag der betroffenen Firmen tätig geworden.

Drei Viertel der erwischten Sendungen kamen aus China, nach der Zahl der Artikel war es allerdings nur die Hälfte. Aus Indien wurden 398 Sendungen abgefangen, allerdings nur mit 16.000 Artikeln - da war der Fang aus der Türkei ergiebiger: In nur 50 Transporten fielen dem Zoll 120.000 Artikel in die Hände, 41 Prozent der Gesamtmenge.

Ein spezielles Problem bleiben Arzneimittel. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wurden 2010 weltweit mit gefälschten Medikamenten 75 Mrd. US-Dollar (52,1 Mrd. Euro) Umsatz gemacht. Das entspreche einer Steigerung um gut 90 Prozent seit 2005. Solche Produkte bedrohten nicht nur die Gesundheit, sondern auch Arbeitsplätze in Europa heißt es im Produktpirateriebericht. 95 Prozent der von Behörden aus dem Internet aufgegriffenen Medikamente seien Fälschungen, davon stammen wiederum 95 Prozent aus Indien.