Erstellt am 14. November 2012, 14:33

Projekt: Bahnübergänge sicherer machen. Im Burgenland wird in zwei Wochen die grenzüberschreitende Initiative „SiEBaWe – Sicherheitsinspektionen von Eisenbahnkreuzungen entlang der grenzüberschreitenden Bahnlinie im Burgenland und Westungarn“ gestartet.

Dabei sollen Eisenbahnkreuzungen von Experten unter die Lupe genommen und in weiterer Folge sicherer gemacht werden. Die Kosten für das von der Europäischen Union geförderte Projekt betragen insgesamt rund 480.000 Euro, so Landeshauptmann Hans Niessl (S) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Eisenstadt.

Im Burgenland ist es im heurigen Jahr besonders an einer Eisenbahnkreuzung, nämlich jener nahe der B50 bei Oslip (L313), zu Zusammenstößen von Bahn und Pkw gekommen. Meist enden derartige Unfälle für die Pkw-Insassen mit schweren Verletzungen oder mit dem Tod, erklärte Thomas Leitner, Leiter des Landesstelle Burgenland des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Grund für Zusammenstöße an Eisenbahnkreuzungen sei nicht immer die Unachtsamkeit, auch fehlendes Wissen von ortsfremden Personen könne Auslöser sein. In Ungarn gebe es beispielsweise ein weiß blinkendes Licht, das als Kontrolllicht fungiert und signalisiert: Es ist alles in Ordnung. Fällt das Licht aus, ist besondere Vorsicht geboten. Unwissende Autofahrer sind dadurch aber irritiert und handeln oft genau umgekehrt und begeben sich damit in große Gefahr, erklärte Herbert Mayr von der Raaber Bahn.

"Diese neue österreichisch-ungarische Zusammenarbeit ist ein Gemeinschaftsprojekt zur Erhöhung der Sicherheit entlang der grenzüberschreitenden Bahnlinien im Burgenland und Westungarn", so Niessl. In den nächsten 19 Monaten soll ein Maßnahmenpaket geschnürt werden. Dieses Paket umfasst die Sicherheitsinspektion an ausgewählten Eisenbahnkreuzungen durch Experten, die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs und eines Sanierungskonzepts, Bewusstseinsbildung und Information in Sachen Sicherheit und richtiges Verhalten sowie den Aufbau einer grenzüberschreitenden Arbeitsgruppe mit Verkehrsexperten und Behördenvertretern.

Das Projekt wird vom Land Burgenland und von der Nationalen Entwicklungsagentur Ungarn kofinanziert. Experten der Universität Györ begleiten die Arbeit wissenschaftlich.