Erstellt am 26. Januar 2012, 09:02

Protest bei AUA - Widerstand gegen Kürzungen. Heute Vormittag zeigen Piloten und Flugbegleiterinnen der AUA (Austrian Airlines) ihren Widerstand gegen die geplanten Umstrukturierungen und den Umbau aller Kollektivverträge. Während der Betriebsversammlung des Bordpersonals (ab 9 Uhr) dürfte es zu Beeinträchtigungen bei Abflügen in Wien-Schwechat kommen.

Bord-Betriebsratschef Karl Minhard rechnet mit 500 bis 600 Teilnehmern heute Vormittag. "Das ist enorm viel für die fliegende Belegschaft", die ja zum Teil gerade unterwegs oder auf Außenstationen ist.

Die Frühflüge der AUA ab Schwechat gingen ganz normal hinaus, ab 9 Uhr könne es aber zu der einen oder anderen Verzögerung kommen, so Minhard. "Die hat aber nur der Vorstand zu verantworten". Die Mitarbeiter hätten das Recht sich zu informieren. Die Versammlung ist für eineinhalb Stunden anberaumt. Das vom Vorstand vorgelegte KV-Entwurfspapier sei weiter keine Diskussionsgrundlage.

Als "Sauerei" wertete Minhard, dass das AUA-Management heute früh die Kantine absperren ließ. Dort wollte die Arbeitnehmervertretung ursprünglich die Betriebsversammlung abhalten. Minhard sprach von einer Aussperrung.

Die von der Lufthansa vorgegebenen Sparprogramme - begleitet von längeren Arbeitszeiten, zentraler Bündelung von Funktionen der Töchter, Flottenbereinigungen, Einsparungen in den Streckenplänen - kamen für die Belegschaften indes nicht unerwartet. "Dass was passieren wird, wussten wir, aber so dilettantisch, das nicht", so der Betriebsrat.

Die Arbeitnehmer fordern strategische Konzepte für die AUA und "vernünftige" Verhandlungen. Die AUA hat mehrfach betont, dass nicht viel Zeit sei. Es werden aber Gesprächstermine gesucht. Das Management will die Personalkosten herunterbringen. Der Sanierungskurs wird gerade deutlich verschärft, weil die österreichische Lufthansa-Tochter noch immer hohe Verluste schreibt.