Erstellt am 20. Januar 2012, 09:10

Protest-Betriebsversammlung bei der AUA. Am Hauptsitz der Austrian Airlines am Flughafen Wien-Schwechat findet am Freitagvormittag eine Protest-Betriebsversammlung des Bodenpersonals statt.

Beeinträchtigungen im Flugbetrieb sind wahrscheinlich. Proteste der Piloten und Kabinen-Mitarbeiter werden in den folgenden Wochen erwartet. Am Montag hatte die AUA-Spitze einseitig einen neuen KV ausarbeiten lassen, den der Betriebsrat verweigert.

Die deutsche Lufthansa will die hohen Verluste ihrer österreichischen Tochtergesellschaft Austrian Airlines (AUA) eindämmen. Der Vorstand wird deshalb die AUA umbauen - samt allen Kollektivverträgen, teuren Zuschlägen, Arbeitszeitregeln und Pensionssystemen. Für die AUA unter ihrem neuen Vorsitzenden Jaan Albrecht geht es nun nicht mehr bloß um Einzelmaßnahmen wie einen fünfprozentigen Gehaltsverzicht, der nach drei Jahren wieder aufgefressen ist. Das wurde den Belegschaftsvertretern in den angelaufenen Verhandlungen klargemacht. Die jetzigen Pläne gelten als ultimativ

Das Management überarbeitet mit Hilfe eines dafür engagierten internationalen Beraters alle Strukturen. Davon ist auch Tyrolean betroffen, deren Pilotencrews heute schon bis zur Hälfte billiger kommen als die Mannschaften nach den ursprünglichen alten AUA-Tarifverträgen. Ob Tyrolean weiter ausgetöchtert bleibt oder mit der AUA ganz zusammengelegt wird, ist in Prüfung.

Ende Februar dürfte die Gangart jedenfalls verschärft werden. Am 29. Februar steht das neue Sparpaket wieder im Mittelpunkt der Beratungen der Aufsichtsräte. Da will die Lufthansa zumindest erste Fortschritte sehen, wohin die Reise geht. Die AUA muss auch ihre Kapitalstruktur verbessern.