Erstellt am 19. Juni 2013, 10:03

Protest gegen Thermen-Hotel. Ärger in Lutzmannsburg | Die WiBAG plant bei der Sonnentherme die Errichtung eines neuen Hotels. Tourismus-Obmann Jürgen Rohrer warnt vor weiteren Verlusten privater Vermieter.

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Die Stimmung im Sonnenland war schon besser: Da die WiBAG (Wirtschaftsservice Burgenland AG) auf dem Areal des ehemaligen Hotel-Vital-Residenz Lutzmannsburg die Errichtung eines neuen Thermen-Hotels plant, befürchten private Vermieter weitere Geschäftseinbußen. Eine Entscheidung über den Baustart soll Anfang Juli im Aufsichtsrat der WiBAG fallen.

Rund um die Sonnentherme brodelt es schon länger: Seitdem der beliebte Ruhebereich „Silent Dome“ nur mehr exklusiv für Gäste des Hotels Sonnenpark zugänglich ist, klagen die umliegenden Hoteliers über Wettbewerbsverzerrung (die BVZ berichtete). Lutzmannsburgs Tourismus-Obmann und „Apfelhof“-Betreiber Jürgen Rohrer: „Das Hotel Sonnenpark hat sich den ,Silent Dome‘ einverleibt und den Partnerbetrieben damit ein Angebot weggenommen.“

Laut Rohrer habe man sich einst geeinigt, den privaten Hoteliers nach Umbau der Therme ein Jahr die Chance zu geben, das ehemalige Vital Residenz zu kompensieren und 30.000 zusätzliche Thermeneintritte zu lukrieren. „Wir werden diese Zahlen nicht erreichen“, meint Rohrer – nicht zuletzt aufgrund der „Wegrationalisierung“ des „Silent Dome“. WiBAG-Vorstand Franz Kast hingegen unterstreicht, dass man sich hier an Expertenmeinungen orientiert habe, denn: „Der Thermenmarkt hat sich verändert.“

„Sachlich diskutieren statt emotionalisieren“

Außerdem, so Kast im Gespräch mit der BVZ, arbeite man nicht gegen die Partnerbetriebe, sondern werde sämtliche Entscheidungen breit diskutieren: „Wir werden alle an einen Tisch holen und die Fragen auf sachlicher Ebene klären. Ich halte aber nichts davon, dass man hier interveniert und emotionalisiert.“ Letztlich werde es auch, was den Bau des – neben dem Sonnenpark – zweiten WiBAG-Hotels angeht, ausführliche Gespräche geben, sobald aktuelle Gästezahlen vorliegen.

Seine Wünsche an die WiBAG hat Tourismus-Obmann Rohrer formuliert: „Es wäre sinnvoll, den ,Silent Dome‘ wieder für alle zu öffnen, das gemeinsame Marketing abzustimmen und das Hotel nicht zu bauen.“ In punkto Marketing und „Silent Dome“ sind laut WiBAG bereits Lösungen in Arbeit. Die Entscheidung über den Hotelbau fällt aber der Aufsichtsrat.