Erstellt am 13. Oktober 2010, 14:16

Raiffeisen: Boom trotz Krise. TSCHECHIEN / Die fünftgrößte Bank in der Tschechischen Republik plant mindestens zehn weitere Filialen. Dort war für Raiffeisen 2009 sogar das erfolgreichste Jahr.

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DORIS SEEBACHER AUS PRAG

Tschechien ist für Österreich der fünftwichtigste Handelspartner. Grund genug für Raiffeisen, im tschechischen Bankenmarkt ein wenig mitzumischen. Mit Erfolg: 2009 war für Raiffeisen a.s. das beste Jahr. „Das Land kam relativ gut durch die Krise“, so Julius Marhold, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Burgenland. Nun setze die Erholung ein und die Nachfrage nach Exporten sei wieder im Steigen. 1993 gegründet, hat sich Raiffeisen s.a. bereits als fünftgrößte Bank Tschechiens etabliert. Alleine in den letzten neun Jahren ist die Zahl der Filialen von 30 auf 111 gestiegen. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Betreuung gehobener Privatkunden und auf dem Firmenkundengeschäft. Für 2011 sei der Bau von mindestens zehn weiteren Zweigstellen geplant.

Aber auch Tschechien kämpft mit einem hohen Budgetdefizit Warum es dem Land jedoch nicht gar so schlecht gehe wie anderen in Mittel- und Osteuropa? Ein Grund dafür sei die Tschechische Krone. So kam es im Vorjahr zu einer massiven Abwertung, um Exporte günstiger zu machen. „Die Stimmung ist momentan so, dass alle gegen den Euro sind“, erklärt Christoph Plank, stellvertretender Handelsdelegierter in Tschechien.

Noch kaum burgenländische Betriebe in Tschechien
Von 1.750 österreichischen Firmen, die derzeit in Tschechien operativ tätig sind, kommen momentan erst fünf aus dem Burgenland. Aber: „Gut Ding braucht Weile. Wir helfen den burgenländischen Betrieben gerne, in Tschechien Fuß zu fassen“, so Plank. Und auch Raiffeisen Burgenland präsentiert sich hierbei als verlässlicher Partner und „Starthelfer“ für all jene Unternehmer, die ihr unternehmerisches Glück in Tschechien finden wollen. Ein Unternehmen, das bereits seit Jahren gute Erfahrung mit Raiffeisen gemacht hat, ist die KMW, die Carlsbader Mineralwasser AG. KMW hat 2008 die in Kobersdorf ansässige Waldquelle von Raiffeisen übernommen. Zur Erinnerung: Waldquelle wurde Ende der 80er-Jahre von Raiffeisen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten aufgefangen. Ein umfangreiches Sanierungskonzept sorgte dafür, dass das Unternehmen rasch wieder in die schwarzen Zahlen kam – und heute so erfolgreich ist, dass demnächst wieder expandiert wird.

Waldquelle investiert weiter in Technologie
„Wir investieren in die Technologie und tauschen bereits Maschinen aus“, so Alessandro Pasquale, CEO der KVM. Waldquelle-Geschäftsführer Herbert Czech dazu: „Derzeit wollen wir in den Segmenten Mineralwasser, Near Water und Traubisoda expandieren.“ Seit Kurzem gibt es bei Waldquelle auch einen neuen Produktionsleiter. Der 56-jährige Franz Karacsony folgte auf Rudolf Himmelsberger.