Erstellt am 24. Mai 2013, 14:36

Raiffeisen International-Chef Stepic tritt zurück. Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank International (RBI), Herbert Stepic, legt alle seine RBI-Funktionen zurück.

Das verkündete der 66-Jährige am Freitag. Zudem verteidigte er erneut seinen Immobilienkauf in Singapur. Es handle sich bei den beiden Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen, betonte er. Der RBI-Aufsichtsrat will in den nächsten Tagen über einen Nachfolger entscheiden.

Raiffeisens "Mr. Osteuropa" nimmt nach eigener Wahrnehmung den Hut, da er "von dieser meiner Organisation Raiffeisen einen Imageschaden abhalten" will. Medien schreiben aber, der Aufsichtsrat habe Druck auf ihn ausgeübt. Das Gremium hat dann am Freitagvormittag auch den Rückzug Stepics akzeptiert und befindet sich auf Nachfolgersuche. Als erste Kandidaten dafür wurden in Medien am Freitag Ex-Finanzminister und VP-Vizekanzler Josef Pröll, derzeit Chef des Raiffeisen-Mühlenriesen LLI, aber auch Stepics Vize Karl Sevelda genannt.

Bei den beiden Firmen Yatsenko International Limited und Takego Holdings Limited, über die er Wohungen in Singapur gekauft hat, handle es sich "um private Veranlagungen der Jahre 2006 und 2008. Die aktuellen Fragen dazu resultieren aus Informationen aus dem Offshore-Leaks Pool", erklärte der scheidende RBI-Chef. "Die Investitionen sind erstens aus in Österreich versteuerten Geldern und Einkünften erfolgt und zweitens handelt es sich um Invests in echte Immobilien in Fernost." Er wolle die Konstruktionen für Behörden offenlegen.

Die Investments habe er aus bestem Wissen getätigt, sagte Stepic. "Aus Verantwortung und Verbindung zu meiner Organisation biete ich aber alle meine Funktionen an. Das zwar unter Umständen, die ich mir anders vorgestellt hatte, aber im Bewusstsein, das Beste gegeben zu haben". Er gehe, weil er wisse, wie emotional und populistisch nun debattiert werde. Sein Rückzug sei ein "Beitrag dazu, dass das, was ich als mein Lebenswerk erachte, nicht in einer emotionalen Diskussion nachhaltigen Schaden nimmt". Er bedankte sich bei 60.000 RBI-Mitarbeitern, "die hackeln wie die Bösen".

Der RBI-Aufsichtsrat "anerkennt" den Rückzug Stepics "als Zeichen der großen Verbundenheit mit dem Unternehmen". Es werde "umgehend"über weitere Schritte beraten. Stepic führt die RBI-Geschäfte weiter, bis sein Nachfolger gekürt ist.