Erstellt am 02. Oktober 2011, 20:52

Rasinger fordert Ablöse von Kovats und Schmidt. Sehr verärgert hat sich Anlegervertreter Wilhelm Rasinger am Sonntag nach dem Scheitern der A-Tec-Verkaufsverhandlungen über den "Pleitier" Mirko Kovats geäußert.

Sehr verärgert hat sich Anlegervertreter Wilhelm Rasinger am Sonntag nach dem Scheitern der A-Tec-Verkaufsverhandlungen über den "Pleitier" Mirko Kovats geäußert. 

"Sehr ärgerlich ist, dass im Dezember sowohl Schmidt als auch der Aufsichtsrat, obwohl sie gewusst haben, welche Persönlichkeit Kovats ist - nämlich ein erfahrener Pleitier mit über 30 Insolvenzen -, ihn weiterwerkeln haben lassen", so der Präsident des Interessenverbands für Anleger im Gespräch. Den Gesamtschaden für Gläubiger und Aktionäre schätzt der Kleinanlegervertreter auf eine halbe Milliarde Euro. Kovats spiele damit in einer Liga mit Meinl und Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics.

A-Tec-Treuhänder Schmidt gehöre vom Gericht abgelöst, weil dieser viel zu stark auf Kovats gehört habe. Dies habe nur eine zeitliche Verzögerung und enorme zusätzliche Kosten verursacht.

Dass eine Persönlichkeit wie Kovats in Österreich so groß werden und eine so "blutige Schleifspur" legen hätte können, obwohl es an Bedenken und Warnungen nicht gefehlt habe, sei mehr als ärgerlich. So habe Kovats etwa in einer kritischen Phase des Unternehmens noch einen Flieger gekauft, womit er dann drei gehabt habe.

"Zuviele Leute haben sich jahrelang von seinen starken Sprüchen beeinflussen lassen", so Rasinger. Er habe bereits im Dezember vor ihm gewarnt. "Man kann nicht jemanden, der eine Pleite verursacht hat, seinen Nachfolger suchen lassen", kritisiert Rasinger. Kovats sei getrieben von eigenen Interessen und im Umgang teilweise "menschenverachtend".

"Mich stört, dass so ein Phänomen wie Kovats möglich war, der von den Medien und der Industriellenvereinigung als Sanierer gefeiert wurde, de facto bei allem letztendlich einen Schaden verursacht hat, und für sich hinter der Firewall einer Stiftung beträchtliche Beträge angesammelt hat", empört sich Rasinger. An der Gesamtschadenssumme gemessen spielten die Lobbyisten Peter Hochegger und Alfons Mensdorff-Pouilly vergleichsweise in der Regionalliga Ost, Kovats sei mit einer Schadenshöhe von einer halben Milliarde dagegen "Champions League".

A-Tec-Treuhänder Schmidt spricht von "völlig haltlosen Aussagen". Seit dem Beginn des ganzen Verfahrens spreche Rasinger gegen die Interessen seiner eigenen Klientel, indem er die Zerschlagung fordere, bei der den Aktionäre gar nichts verbleibe, so Schmidt.