Erstellt am 25. Juni 2011, 13:40

RBI-Chef: Griechen brauchen Schuldennachlass. Griechenland wird einen Schuldennachlass brauchen, sagt der Generaldirektor der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic. Ein solcher Schritt wäre "ein notwendiger, aber auch gerechter Beitrag des europäischen Steuerzahlers", dem der Euro schließlich viel Positives gebracht habe, meinte Stepic am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast" des ORF-Radio.

Griechenland wird einen Schuldennachlass brauchen, sagt der Generaldirektor der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic. Ein solcher Schritt wäre "ein notwendiger, aber auch gerechter Beitrag des europäischen Steuerzahlers", dem der Euro schließlich viel Positives gebracht habe, meinte Stepic am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast" des ORF-Radio.

Auf lange Sicht sei ein Schuldenschnitt bei Griechenland unumgänglich - um eine zumindest teilweise Schuldenstreichung werde man langfristig nicht umhin kommen, so der Spitzenbanker. Bis dahin werde die Lage in anderen Problemländern der Eurozone wie Irland, Portugal oder Spanien wieder besser sein.

Bei diesem "Haircut" müsse es sich um eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger handeln, schloss sich Stepic der Haltung der EU-Staats- und Regierungschefs an. Die RBI selbst habe kein Griechenland-Obligo mehr, daher müsse sie sich hier auch nicht beteiligen.

Wenn man das Problem Griechenland nicht richtig löse, könnte dies systemgefährdend sein, warnte der Chef des börsenotierten Instituts. Momentan schlafe er aber gut, da die Staats- und Regierungschefs diese Woche bei ihrem Gipfel "die Griechenland-Krise zumindest für die nächsten Jahre gelöst haben und damit auch die Euro-Krise", so Stepic.

Beim Thema Griechenland-Krise bedürfe es politischer Einzelpersönlichkeiten mit Verantwortungsgefühl, die primär zum Ziel haben, Europa als ganzes weiterzubringen. Leider werde zu Griechenland aber nicht immer die Wahrheit gesagt - auch deshalb, weil sie oft weh tue, denn es bedeute etwa Mitwirken an Zahlungen für ein drittes Land. In der Debatte um die Griechenland-Rettung werde auch immer wieder "politisches Kleingeld" gemacht mit Parolen, die man der Bevölkerung über die Massenmedien näher bringt, kritisierte Stepic.