Erstellt am 10. April 2013, 14:51

RBI sieht Kreditrisiko heuer so hoch wie 2012. Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat ihren Ausblick dem gegebenen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld im Osten angepasst.

2013 erwartet der Vorstand einen Bedarf an Kreditrisikovorsorgen in Vorjahreshöhe. 2012 musste für faule Kredite 1 Mrd. Euro zurückgelegt werden. Die Kosten dürften heuer leicht steigen, vor allem wegen der neu dazugekommenen polnischen Polbank. Zur Stärkung der Bilanzstruktur werde laufend Höhe und Struktur der Eigenmittel überprüft, um "zeitnah und flexibel" agieren zu können. Eine Kapitalerhöhung sei eine mögliche Option, abhängig freilich vom Markt, hieß es. Nach einem abschreibungsbedingten Verlust im Schlussquartal 2012 (117 Mio. Euro) hat die RBI für das abgelaufene Jahr insgesamt 725 Mio. Euro Nettogewinn ausgewiesen. Im Jahr davor waren es 968 Mio. Euro gewesen. Trotzdem erhöht das Institut die Ausschüttung an seine Aktionäre: Es wird eine Dividende von 1,17 Euro je Aktie gezahlt.

International stehen die Großbanken derzeit wegen ihrer Gesellschaften und Deals in Steueroasen massiv unter Rechtfertigungsdruck. In Wien hat am Mittwoch RBI-Chef Herbert Stepic erklärt, warum seine Bank auf Steuerinseln unterwegs ist, darunter auf der Südseeinsel Tortola (Virgin Islands), in Malta, Luxemburg und Zypern. Laut Stepic habe dies durchwegs "regulatorische und/oder rechtliche" Gründe. Auf Jersey (St . Helier) sitzen etwa Gesellschaften, über die Wertpapieremissionen nach britischem Recht begeben werden.

Stellung nahm der RBI-Chef auch zu seiner Gagenrückzahlung in Millionenhöhe. Er habe 2 von fast 5 Millionen Euro zurückgezahlt, die er - primär wegen Cash-Zuteilungen aus einem Aktienoptionsprogramm - für 2012 als Gesamtbezug kassiert hat. Stepic bekräftigte am Mittwoch, dass er mit der Rückzahlung auf diesen rechtmäßig erworbenen Anspruch für 2012 definitiv verzichte. "Rückzahlung ist Rückzahlung. Definitiv ist definitiv".

Er begründete die teilweise Rückzahlung mit einem "Akt der Solidarität" der Organisation gegenüber, der er viel verdanke. In einer Situation einer doch massiven Krise in Europa und wo er in der Raiffeisen Bank International überall den Rotstift ansetze, müsse er selber etwas tun. Der Schritt sei von ihm selbst ausgegangen, berichtete Stepic, als er in den Vorarbeiten zum Jahresbericht den ersten Vorabdruck gesehen habe. In Boomjahren spräche laut Stepic aber nichts gegen solche Gagen.