Erstellt am 08. November 2011, 14:12

Reale Kaufkraft der Österreicher dürfte steigen. Trotz einer allgemeinen Eintrübung der Wirtschaft sowie der Befürchtungen rund um eine Griechenland-Pleite wird die reale Kaufkraft der Österreicher im nächsten Jahr wieder steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Marktforschungsunternehmens RegioData Research. RegioData geht von rund 0,8 Prozent Kaufkraftplus 2012 aus.

Als Gründe für die zu erwartende Steigerung gibt das Institut relativ hohe Lohnabschlüsse, nur leicht steigende Arbeitslosigkeit sowie eine deutlich niedrigere Inflationserwartung an. Im noch laufenden Jahr 2011 droht den Österreichern allerdings ein realer Kaufkraftverlust von 0,6 Prozent. Das liegt an der hohen Inflation von über drei Prozent, so das Institut.

Nach dem realen Minus von 0,2 Prozent im Jahr 2008 folgten zwei positive Jahre. Für 2011 hatte RegioData im Dezember 2010 noch ein leichtes Kaufkraftplus von etwas über 450 Euro im Monat prognostiziert, davon bleibe nach Abzug der Inflation rein rechnerisch nichts übrig. "Aufgrund dieser Entwicklung kann man von einem Double-Dip-Rückgang der österreichischen Kaufkraft sprechen", sagt RegioData-Sprecher Mark Ruhsam.

2012 dürfte dieser Effekt aber umgedreht werden, prophezeien die RegioData-Spezialisten. "Unsere optimistische Prognose beruht auf den relativ guten Lohnabschlüssen sowie den nur gering steigenden Arbeitslosenzahlen", gibt sich Ruhsam hoffnungsvoll. Außerdem werde die Inflation im kommenden Jahr mit 2,1 Prozent deutlich niedriger ausfallen. Im Jahr 2012 sollen die Österreicher im Schnitt über ein verfügbares Einkommen von 18.860 Euro pro Kopf verfügen.

Laut den RegioData-Erhebungen dürften die Einzelhandelsumsätze in Relation zur Wirtschaftsentwicklung in Österreich krisenunabhängiger sein als etwa jene in Deutschland. Während die Einzelhandelsumsätze in Deutschland 2002, 2003 und 2009 zurückgingen, gab es in Österreich nur 2002 ein Minus von 1,1 Prozent. Als die zwei größten Krisen, die in Österreich und Deutschland ihre Spuren hinterließen, nennt RegioData die Dot-Com-Blase 2001 sowie die Wirtschaftskrise im Jahr 2008.