Erstellt am 24. Oktober 2011, 16:15

Rechnungshof prangert Gleichgültigkeit beim AMS an. Der Rechnungshof (RH) hat die Schulungen, die IT und die Jugendprogramme des Arbeitsmarktservices (AMS) geprüft und ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt.

"Die aktive Marktbearbeitung zur Beschaffung von Kursmaßnahmen besaß nur einen geringen Stellenwert", heißt es im Rechnungshofbericht. Das AMS weist die Kritik zurück.

Außerdem prangert der RH an: "Das Arbeitsmarktservice traf bei der Neuausschreibung seiner IT-Dienstleistungen keine ausreichenden Vorkehrungen, um die Risiken eines Übergangs der IT-Dienstleistungen auf einen allfällig neuen IT-Dienstleister bestmöglich zu minimieren" und "aufgrund der geringen strategischen Fokussierung des AMS auf die Zielgruppe der jungen Erwachsenen war weder für das AMS Steiermark noch für das AMS Tirol die Messung der Wirkung ihrer arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen von Bedeutung."

Von Mitte 2005 bis Mitte 2010 hatte das Arbeitsmarktservice rund 1,3 Mrd. Euro für Schulungsmaßnahmen ausgegeben. Ob diese auch wirtschaftlich waren, lasse sich aufgrund fehlender Kennzahlen nicht beurteilen. Auffällig sei überdies, dass sich das Auftragsvolumen an ein Bildungsunternehmen in den vergangenen Jahren auf knapp 12 Mio. Euro verdoppelt hatte, obwohl bekannt war, dass die Firma nur eine sehr geringe Bonität hatte.

Verbesserungsmaßnahmen bei den Schulungen erzielten offensichtlich auch nicht die erwünschte Wirkung. Auch bei den Computerlösungen ließ das AMS Sorgfalt vermissen. Hart ins Gericht geht der Rechnungshof mit den Jugendprogrammen, die in Tirol und der Steiermark untersucht wurden.

Das AMS reagierte prompt auf die Kritik. Die Wirtschaftlichkeit der Vergabe von Kursmaßnahmen sei für das AMS ein überaus wichtiges Thema. Es gebe ein Wettbewerbsverfahren im Rahmen von Ausschreibungen und "selbstverständlich detaillierteste Kosten-, Ergebnis- und Erfolgskennzahlen für jede einzelne Maßnahme", so das AMS.