Erstellt am 02. Januar 2013, 18:23

Regierung fixierte noch Erleichterung für Bauern. Kommt es künftig zu Trockenheit in der Landwirtschaft, so wird die steuerliche Last der Bauern (vor allem jener in NÖ und dem Burgenland) in manchen Fällen gelindert.

 |  NOEN, Alfred schauhuber
SPÖ und ÖVP hatten im Herbst zwar die Einkommensteuer-Vollpauschalierung von 100.000 auf 75.000 Euro gesenkt und die Neuberechnung der Einheitswerte beschlossen, laut Medienberichten vom Mittwoch wurde aber noch ein Entschließungsantrag nachgeschoben, der bei wenig Regen Abschläge von den Einheitswerten ermöglicht.

Unter 500 Millimeter gibt es demnach ein Minus von 10 Prozent, unter 550 Millimeter 6 Prozent, unter 600 Millimeter 2 Prozent, wie eine Sprecherin von Bauernbund-Chef, VP-Abgeordneten Jakob Auer bestätigte.

In Österreich - vor allem im flachen (Nord-)Osten des Landes - gibt es einige Regionen, in denen pro Jahr die Normalniederschläge 600 Millimeter nicht übersteigen, etwa in Neusiedl am See. Beispielsweise bringt es auch Groß-Enzersdorf in Niederösterreich laut ZAMG-Daten im langjährigen Schnitt (30 Jahre) nur auf 520 Millimeter Regen pro Jahr. Westlich und südlich von NÖ gibt es so wenig Niederschlag nur in Ausnahmejahren.

Besonders wenig Regen bekommt traditionell auch Retz in Niederösterreich mit 442 Millimeter im 30-Jahre-Schnitt der ZAMG. Damit dürften Bauern in der dortigen Region so gut wie jedes Jahr mit einem 10-Prozent-Abschlag beim Einheitswert rechnen.

Ganz im Gegensatz zu Berufskollegen in Dellach/Drau in Kärnten (1.173 Millimeter im 30-Jahre-ZAMG-Schnitt), Jenbach in Tirol (1.177 Millimeter), Schoppernau in Vorarlberg (1.908 Millimeter), Mattsee in Salzburg (1.333 Millimeter), Bad Radkersburg in der Steiermark (841 Millimeter) oder Pabneukirchen in Oberösterreich (866 Millimeter), wo es ein "Dürrezuckerl" wohl nur in echten landwirtschaftlichen Katastrophenjahren geben dürfte.

In der SPÖ herrscht teils Ärger wegen der Zustimmung von ihrem Landwirtschaftssprecher Kurt Gaßner zu diesem "Dürrezuckerl" bei den Einheitswerten für Bauern. Dass es nun steuerliche Vorteile in Form von Abschlägen von den Einheitswerten bei Trockenheit gibt, verantwortet für Arbeiterkammerdirektor Werner Muhm "ganz allein der SPÖ-Agrarsprecher", wie Muhm in Medien zitiert wird.

„Das ist kein Kompromiss, sondern das Eingehen auf die ÖVP-Position“, wettert Muhm im Blatt. Gaßner hatte trotz teilweiser Kritik im Herbst 2012 die Abmachung über eine steuerliche Sonderregelung ausgehandelt.

Muhm kritisiert, von den Abschlägen profitierten vor allem Bauern im Flachland in Niederösterreich und im Burgenland, die im Schnitt ohnehin die höchsten Einkommen hätten - was ein Blick in die Langzeitstatistik der ZAMG beweist. SPÖ-intern ist das laut Medienberichten mit Zugeständnissen für Betriebsräte bei der Agrarmarkt Austria (AMA) verteidigt worden - was sich für Muhm "von selbst richtet".