Erstellt am 02. August 2013, 13:20

Regierungsspitze besuchte Dürre-Regionen. Angesichts der Dürre verlegte die Regierungsspitze am Freitag den Wahlkampf auf trockene Felder.

Während sich Bundeskanzler Faymann in Zurndorf im Burgenland ein Bild von der momentan herrschenden Dürre auf den Feldern machte, ließ sich Vizekanzler Spindelegger im oberösterreichischen Vorchdorf die Lage zeigen.

Niessl entsetzt: "Habe so etwas noch nie gesehen"

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", meinte Landeshauptmann Niessl, der mit Staatssekretär Ostermayer den Kanzler begleitete, beim Anblick der gelbbraunen, verdorrten Maispflanzen. Um die Ernte bei Mais, Sonnenblumen und Soja steht es in der Region schlimm. Bei Mais seien teilweise Totalausfälle zu befürchten, berichteten Landwirte dem Regierungschef. "Zwischen Totalausfall und 20 bis 30 Prozent - mehr wird's heuer nicht", schätzte der Ortschef von Pama, Josef Wetzelhofer, die Lage beim Mais ein.

Bundeskanzler Faymann verwies auf ein geplantes Maßnahmenpaket, das in der Ministerratssitzung am 13. August behandelt werden soll. Vorgesehen sei eine Beihilfe aus Bundes- und Landesmitteln beim Ankauf von Futtermitteln für den Zukauf von Heu, Silage, Stroh sowie Pellets oder Trocken- und Pressschnitte. Da das Geld aus dem Katastrophenfonds kommen soll, sei eine Gesetzesnovelle notwendig. Außerdem sollen Raten bei Agrarinvestitionskrediten ausgesetzt werden.

Laut Pernkopf verschärft sich Situation in NÖ mit jedem Tag

Vizekanzler Spindelegger berichtete von ähnlich katastrophalen Situation in Oberösterreich und betonte die Notwendigkeit von rascher Unterstützung. "Wir dürfen nie vergessen, was wir an der heimischen Landwirtschaft haben, die uns mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgt und für die Pflege der Kulturflächen in Österreich verantwortlich ist. Damit sind insgesamt 530.000 Arbeitsplätze verbunden, die es mit jedem nötigen Einsatz zu erhalten gilt," so Spindelegger nach seinem Besuch.

Die Bauern brauchen "maßgeschneiderte Maßnahmen", meint Bauernbund-Präsident Auer, der den Vizekanzler begleitete. "Viele könnten heuer kein Futter mehr ernten und schnell in eine existenzbedrohliche Notlage geraten. Da die Trockenheit andauere, könnten die Schäden auch nicht beziffert werden.

Auch in Niederösterreich könne das Ausmaß der Dürreschäden noch nicht beziffert werden, aber die Situation verschärfe sich mit jedem weitere regenfreien Tag, so Landesrat Pernkopf. In weiten Teilen Niederösterreichs drohten Ernteausfällen bei Mais, Erdäpfeln, Kürbis, Soja und Zuckerrüben.