Erstellt am 14. Juli 2011, 18:05

Renaissance des Sparbuchs zu Ende. Die mit der Finanzkrise 2007 wieder aufgekommene Sympathie für das risikoarme Sparbuch dürfte wieder zu Ende gehen. Am Höhepunkt seiner Renaissance 2009 waren es noch 52 Prozent der Österreicher, die das Sparbuch für eine interessante Anlagemöglichkeit hielten. Im zweiten Quartal 2011 waren es nur noch 41 Prozent. Indes freut sich Gold über kontinuierlich hohe Zustimmungswerte (17 Prozent).

Für Alexander Zeh, Manager des Umfrageinstituts GfK Austria, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Vertrauen in die Krisenwährung Gold aufgrund der Schuldenkrisen in Griechenland, Irland und Italien weiter steigt. Im Jahresvergleich an Sympathie verloren haben auch der Bausparer mit 44 Prozent (2010: 49 Prozent), die Lebensversicherung mit 19 Prozent (2010: 23 Prozent) und die Immobilie mit 22 Prozent (2010: 26 Prozent). Dennoch wollen die Österreicher ihr Geld aber weiterhin ungern länger binden.

Allerdings kann das Sparbuch davon nicht profitieren. "Die derzeitigen Sparbuchzinsen sind kaum interessant", befand Zeh. Am anderen Ende der Risiko-Skala sieht es aber weit schlechter aus. Aktien und Investmentfonds wurde 2007 noch von 15 bzw. 20 Prozent der Befragten Wohlwollen entgegen gebracht. Im zweiten Quartal 2011 waren es nur mehr je neun Prozent.

Auf weiterhin hohem Niveau liegt Gold. 17 Prozent oder jeder sechste Österreicher findet ein Gold-Investment interessant (2010: 19 Prozent). 2007 waren es nur sieben Prozent. Gold erreichte heute mit einem Kurs über 1.590 US-Dollar (1.115 Euro) je Feinunze ein neues Allzeithoch.

Seit den 1980er-Jahren erhebt GfK Austria, welche Anlageformen für die Österreicher über 15 Jahre - unabhängig von der aktuellen Nutzung - am interessantesten sind. Jährlich werden dazu 20.000 persönliche Interviews durchgeführt, die Auswertung erfolgt quartalsweise.