Erstellt am 25. August 2011, 13:01

RH kritisiert Managerverträge in Staatsfirmen. Die Managerverträge in öffentlichen Unternehmen sind in Österreich alles andere als transparent, vielfach gibt es keine Gehaltsobergrenzen, fast keine Staatsfirma veröffentlicht die Vergütungen ihrer Chefs. Das ist das Ergebnis eines umfangreichen Rechnungshofberichts, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Prüfer üben darin massive Kritik und orten "Verbesserungspotenzial".

Die Hälfte der Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer der 232 geprüften Unternehmen verdiente im Jahr 2008 mindestens 166.300 Euro, zeigt die Auswertung des Rechnungshofs. Wobei die Spannweite "beträchtlich" war: Die höchste Vergütung betrug mehr als das 18-Fache der niedrigsten, am besten zahlten Firmen aus dem Energie- und Verkehrsbereich. Verglichen nach Bundesländern waren Niederösterreich und Wien am großzügigsten. 2008 verdienten 57 Manager mehr als ein Minister bzw. der jeweilige Landeshauptmann.

Rund 50 Prozent der befragten Manager erhielten variable Bezugsbestandteile, die großteils auf Kennzahlen beruhten, die laut Rechnungshof nicht geeignet waren, "einen nachhaltig wirkenden wirtschaftlichen Erfolg der Managertätigkeit widerzuspiegeln". Und: Die Geschlechterkluft ist riesig: Frauen übten weniger als 5 Prozent der Managerfunktionen aus.

Rechnungshof-Rügen gibt es auch für die automatische Erhöhung der Managervergütungen: Bei 24 von 30 Firmen sahen die Verträge automatische Wertanpassungen vor. Der Rechnungshof hält eine jährliche Wertanpassung, so die zuständigen Organe dies absegnen, "grundsätzlich für rechtfertigbar. Allerdings hätte die Wertanpassung höchstens nach dem Anpassungsfaktor gemäß dem Bezügebegrenzungsgesetz zu erfolgen."

Bei in den Ruhestand getretenen Managern erwiesen sich einige Firmen als äußerst großzügig: Neun von 30 Unternehmen haben das zulässige Höchstausmaß der freiwilligen Pensionsbeitragsleistungen laut Vertragsschablonenverordnung überschritten.