Erstellt am 09. August 2012, 13:22

RHI-Chef schließt Zusperren von Werken nicht aus. Franz Struzl, Chef des börsenotierten Feuerfestkonzerns RHI, schließt nicht aus, bei Verschärfung der Krise Standorte zu schließen.

"Sollte es total dramatisch werden, werden wir bei den Investitionen den Rotstift ansetzen und halt ein Werk zusperren müssen. Das ist keine heilige Kuh", sagte er dem "WirtschaftsBlatt" (Donnerstag). Die Produkte für Brasilien und die USA kämen aus Europa und China, damit ergebe sich "möglicherweise" in den kommenden drei bis fünf Jahren ein Schließungsbedarf eines Werks.

Überhaupt spart Struzl gerne. "Kostensenkungsprogramme sind ein Lieblingsthema von mir", wird er zitiert. "Ich habe internationale Manager, die fürstlich überbezahlt waren, entfernt." 15 bis 20 Mio. Euro werde RHI heuer in den Werken einsparen.

Das "Nachfolgeproblem" habe er noch nicht lösen können, so Struzl. Er sprach von "großen Managementfehlern" auf der Personalseite in den vergangenen fünf Jahren. "Es war halt so, dass sich die CEOs die Klinke in die Hand gegeben haben."

Seit dem Abgang des langjährigen Konzernchefs Helmut Draxler Anfang 2007 blieb kein Manager lange im RHI-Chefsessel. Struzl, jahrelang Vorstand der voestalpine, ist seit elf Monaten im Amt. Sein Vorgänger Henning E. Jensen leitete den Konzern nur ein Jahr. Vor ihm, im August 2008, war Thomas Fahnemann, nach nur eineinhalb Jahren überraschend abgetreten, genauso wie Andreas Meier, der seinen Vorstandsvertrag im Oktober 2008 vorzeitig aufgelöst hatte. Auch mehrere RHI-Finanzvorstände lösten einander in kurzen Abständen ab.

Der Feuerfestkonzern legte vor zwei Tagen seine Zahlen für das Halbjahr und überraschte mit einem 27-prozentigen Gewinnsprung im Halbjahr auf 62 Mio. Euro. Der Umsatz legte um 7,3 Prozent auf 913 Mio. Euro zu.