Erstellt am 18. Oktober 2012, 15:01

Riesige Kluft bei Export zwischen Bundesländern. Die Bedeutung des Außenhandels hat in den vergangenen zehn Jahren für fast alle österreichischen Bundesländer an Bedeutung gewonnen. Was die Wettbewerbsfähigkeit im Export betrifft, sind die Unterschiede aber riesig, erhob das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Nur drei heimische Regionen haben demnach einen Handelsbilanzüberschuss, alle anderen ein Defizit.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Burgenland, wo sich das Defizit in der Handelsbilanz im Laufe der Jahre sogar erhöht hat: In den Jahren von 1999 bis 2003 lag es im Schnitt bei 14 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), von 2004 bis 2008 bei 17 Prozent und 2009 dann fast bei 19 Prozent, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Studie hervor. Einen Überschuss dagegen wiesen von 2004 bis 2008 nur Vorarlberg (10,7 Prozent des BIP), Oberösterreich (7 Prozent) und die Steiermark (1,5 Prozent) auf. Zurückzuführen ist dies freilich auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur der Länder: Während Oberösterreich und Vorarlberg laut WIIW "relativ hochindustrialisiert" sind, ist das Burgenland "stark landwirtschaftlich geprägt".

Die Krise im Jahr 2009 hat die einzelnen Bundesländer unterschiedlich hart getroffen. Im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie in Kärnten gingen damals sowohl die Exporte als auch die Importe stark zurück (um 6 bis 12 Prozent des BIP). Tirol und Vorarlberg erwiesen sich hingegen als widerstandsfähiger, dort schrumpften die Einfuhren um 4,5 Prozent, die Ausfuhren um 3 Prozent. Der Exportrückgang kostete auch einige Jobs: Das WIIW schätzt den Beschäftigungsverlust - inklusive indirekte Effekte - auf 1,2 bis 3 Prozent der Beschäftigten, wobei hier insbesondere das Burgenland und Kärnten stark betroffen waren.