Erstellt am 09. Juli 2011, 17:35

Riesiges Finanzloch im Pensionsfonds der WKÖ. Der Pensionsfonds der Wirtschaftskammer hat in den vergangenen vier Jahren rund 130 Mio. Euro an veranlagtem Kapital eingebüßt, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil". Für die daraus entstehende Deckungslücke müsse die Wirtschaftskammer (WKÖ) "aus dem laufenden Budget, also mittels Kammerbeiträgen" aufkommen.

Der Pensionsfonds der Wirtschaftskammer hat in den vergangenen vier Jahren rund 130 Mio. Euro an veranlagtem Kapital eingebüßt, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil". Für die daraus entstehende Deckungslücke müsse die Wirtschaftskammer (WKÖ) "aus dem laufenden Budget, also mittels Kammerbeiträgen" aufkommen.

Die WKÖ hat sich verpflichtet, für rund 1.400 ehemalige Mitarbeiter über den Fonds eine Zusatzpension von 70 Prozent des Letztbezugs auszuzahlen. Der Fonds war Ende der 1990er ausgegliedert worden. Das in ihm veranlagte Kapital belief sich laut "profil"-Darstellung 2006 noch auf 451, Ende 2010 nur mehr auf 318,7 Millionen Euro. 

Die Wirtschaftskammer wehrte sich gegen den "profil"-Bericht. Die Reduzierung der Bilanzsumme sei "zum größten Teil auf geschäftsmäßige Kapitalabflüsse zurückzuführen", erklärte der Vorstand des Pensionsfonds der Wirtschaftskammer, Josef Moser, am Samstag in einer Aussendung. Der Großteil des Kapitalabflusses erkläre sich vor allem aus Pensionsauszahlungen. Es gebe "nur geringe Veranlagungsverluste".

Der Fonds zahle laufend Pensionen aus, andererseits würden aber immer weniger Beiträge einfließen, weil die Eigentümer Pensionen zunehmend aus ihren laufenden Budgets zahlten oder die Beiträge auf Ratenzahlungen umgestellt würden. Für den Zeitraum 2005 bis 2010 seien aus Veranlagungsverlusten - "aufgrund der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten in den Jahren 2007 und 2008", wie die Wirtschaftskammer betont - abzüglich Veranlagungsgewinnen "lediglich 15 Millionen Euro an Kapitalverlusten eingetreten".

Der Pensionsfonds werde vom Kontrollausschuss jährlich geprüft und veranlage nach den Grundsätzen und Risikovorgaben des Pensionskassengesetzes. Weiters verwies die Wirtschaftskammer darauf, dass im Verwaltungsausschuss, vergleichbar dem Aufsichtsrat, neben den Eigentümer- und Pensionistenvertretern auch alle wahlwerbenden Gruppen des Wirtschaftsparlamentes der Wirtschaftskammer vertreten seien.