Erstellt am 02. Dezember 2014, 14:13

von Gerti Süss

Roiss: "Gas ist keine politische Waffe&". OMV-Chef Gerhard Roiss kritisiert die Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, das Southstream-Projekt auf Eis zu legen.

 |  NOEN, OMV
Am Montagabend hatte Wladimir Putin bei einem Besuch in der Türkei angekündigt, den Bau der Southstream-Pipeline, die russisches Gas nach Westeuropa bringen soll, zu stoppen. Angesichts der Wirtschaftssanktionen der EU könne Russland die geplante Erdgas-Pipeline derzeit nicht verwirklichen, so die Begründung des russischen Präsidenten.

Nun hagelt es Kritik seitens des heimischen Energiekonzerns OMV. Erst heuer im Juni unterzeichneten OMV und der russische Energieversorger Gazprom die Verträge für das Projekt Southstream. „Es ist sehr gefährlich, wenn Gas als Waffe benutzt wird, um politische Ziele zu verfolgen“, sagt OMV-Chef Gerhard Roiss Dienstagmittag gegenüber Journalisten. Schließlich sei Gas keine kurzfristige Ware aus dem Supermarkt. „Hier können nur langfristige, gesamteuropäische Pläne erstellt werden“, so Roiss.

Noch keinen Kontakt mit Gazprom

Derzeit habe die OMV laut Roiss noch keinen Kontakt zum russischen Partner Gazprom gehabt. „Wir haben 50 Jahre gute Erfahrung mit Gazprom, dieser Partner war immer ein sicherer Lieferant und ich gehe davon aus, dass es weiter so bleiben wird“, zeigt sich Roiss zuversichtlich.

Um die Energieversorgung künftig zu sichern, führe kein Weg am Gas vorbei – „auch nicht am russischen Gas“, so Roiss. Er fordert „europäische Gas-Highways“ und betont: „Letztlich ist Southstream ein europäisches Thema, und darf nicht aus der Sicht einzelner Staaten verhandelt werden.“ Auch den Endpunkt der Gasleitung in Baumgarten (Bezirk Gänserndorf) sieht er nach wie vor als wichtige Drehscheibe für ganz Europa.

2.400 Kilometer lange Pipeline

Hintergrund: Das South-Stream-Projekt wurde 2012 ins Leben gerufen. Die rund 2.400 Kilometer lange Pipeline soll durch Bulgarien, Serbien, Ungarn, Slowenien und Österreich führen und unter Führung des russischen Energieriesen Gazprom gebaut werden. Durch die Leitung sollen jährlich bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas in die EU transportiert werden. Das Projektvolumen wird mit etwa 16 Milliarden Euro veranschlagt.

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