Erstellt am 21. November 2011, 11:48

Rückgang bei Baubewilligungen erwartet. Mit einem Rückgang bei den Baubewilligungen im Wohnbau rechnet für das kommende Jahr das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Für heuer erwarten die Experten dagegen einen Anstieg der Baubewilligungen auf 39.300.

 |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening
"Bereits 2012 ist aufgrund der Konjunktureintrübung ein Rückgang um 2 Prozent auf 38.600 Baubewilligungen zu erwarten", heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Montag. Innerhalb Österreichs gebe es ein West-Ost-Gefälle.

Zwischen 2005 und 2010 wurden gemessen an der Bevölkerungszahl in Westösterreich - vor allem in Tirol und Vorarlberg - die meisten neuen Wohnungen bewilligt. Ausschlaggebend dafür sei vor allem der Anstieg der Einpersonenhaushalte gewesen, so das Wifo. In den südlichen Bundesländern habe dagegen die schwache Nachfrage (Einkommen, Demographie) den Wohnungsneubau gedämpft. Besonders niedrig seien die Baubewilligungen - trotz starkem Bevölkerungswachstum und hohem Einkommen - in Niederösterreich und Wien ausgefallen.

In den westlichen Bundesländern sei die Wohnbaurate - Baubewilligungen in neuen Wohngebäuden pro Kopf, in 1.000 - in den vergangenen Jahren deutlich über dem österreichischen Durchschnitt (etwa 4,5 Einheiten) gelegen. Zwischen 2005 und 2010 seien im Westen im Mittel pro Jahr etwa 5,2 Einheiten pro 1.000 Einwohner bewilligt worden. In Tirol und Vorarlberg sei die Wohnbaurate zwar tendenziell rückläufig, aber im Durchschnitt mit 5,5 bis 6 Einheiten aber weiterhin sehr hoch.

Die gute Arbeitsmarktentwicklung und die vergleichsweise gute Einkommenssituation sowie eine leichte Verlagerung der Haushaltsstruktur zu den Einpersonenhaushalten hätten auch in Oberösterreich und Salzburg die Nachfrage nach neuen Wohnbauten gestärkt.

Im Osten Österreichs sei die Wohnbaurate nur im Burgenland mit 5,2 Einheiten (2005/2010) relativ hoch. In Niederösterreich und Wien liege sie dagegen unter dem Durchschnitt, in Wien sei dies bereits seit 1990 der Fall. 2010 sei die Rate in Niederösterreich bei 4,3 Baubewilligungen auf je 1.000 Einwohner gelegen. Wien war mit 3,1 Einheiten Schlusslicht unter den Bundesländern.

In Kärnten und Steiermark hätten die schwache wirtschaftliche und demographische Entwicklung zu einer niedrigeren Wohnbaurate von rund 4 Einheiten pro Jahr im Durchschnitt 2005/2010 beigetragen. 2010 sei allerdings ein bemerkenswerter Anstieg auf 4,7 Baubewilligungen je 1.000 Einwohner verzeichnet worden, vor allem wegen einer dynamischen Entwicklung in Kärnten.

Die für heuer prognostizierte Ausweitung der Baubewilligungen spiegle auch das beschleunigte gesamtwirtschaftliche Wachstum 2011 wider, heißt es in der heutigen Pressemitteilung weiter. Weniger als die Hälfte würden Bewilligungen für Einfamilienhäuser sein (17.500) und 21.700 Einheiten Wohnungen in Mehrgeschossbauten. Gemessen an der Bevölkerung (in 1.000) entspreche dies 4,6 Einheiten, die Wohnbaurate liege somit weiterhin über dem europäischen Durchschnitt.

Der für 2012 erwartete Rückgang um 2 Prozent resultiere vor allem aus dem Mehrgeschoßbau - Stichwort: geplante Kürzungen der Wohnbauförderung - und der "deutlichen Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Dynamik im Jahr 2012". Bei den Einfamilienhäusern werde im kommenden Jahr mit 17.300 bewilligten Einheiten gerechnet. An Wohnungen in Mehrgeschoßbauten werden knapp 21.200 Einheiten erwartet. Für die Wohnbauinvestitionen seien aus dieser Entwicklung kaum nachhaltige Impulse anzunehmen.