Erstellt am 19. Juni 2013, 13:01

Rund 100 Millionen für Schutzbauten. Im Burgenland sind in den kommenden Jahren Bauvorhaben zum Hochwasserschutz im Ausmaß von insgesamt etwa 100 Millionen Euro geplant.

Hochwasser in Klosterneuburg  |  NOEN, Christoph Hornstein
Derzeit seien rund ein Dutzend große Vorhaben vom Süd- bis ins Nordburgenland in Bau. Dazu kämen über 100 kleine Projekte, die bis 2016 umgesetzt werden müssten, erklärte Landesrat Andreas Liegenfeld (V) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Größere Projekte an der Wulka und an der Leitha im Landesnorden seien in Planung. Oberhalb von Neufeld und Neudörfl beispielsweise sollen an der Leitha große Rückhaltebecken entstehen. In den vergangenen fünf Jahren seien im Burgenland 600 Hochwasserschutzprojekte umgesetzt und dafür 68 Millionen Euro investiert worden. Davon habe rund 33 Millionen Euro das Landwirtschaftsministerium bereitgestellt.

Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (V) erläuterte das kürzlich im Ministerrat beschlossene Paket zum Ausbau des Hochwasserschutzes: Für die nächsten zehn Jahre soll es insgesamt rund zwei Milliarden Euro geben. Zudem sei der Topf für Sofortmaßnahmen um 20 Millionen Euro aufgestockt worden. Weitere 95 Millionen Euro sollen zum raschen Ausbau bereits begonnener Projekte zur Verfügung gestellt werden.

Das jüngste Hochwasser habe gezeigt, dass die bisher getätigten Investitionen sich ausgezahlt hätten. "Die Lage wäre weit dramatischer gewesen in vielen österreichischen Regionen, wenn wir nicht in den Hochwasserschutz investiert hätten", erklärte Berlakovich. Seit dem "Jahrhundert-Hochwasser" im Jahr 2002 seien österreichweit rund zwei Milliarden Euro in den Hochwasserschutz geflossen.

Kritik kam vom Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverband (GVV): Berlakovich habe die Mittel für die Hochwasserschutzfinanzierung des Bundes von 70 Prozent auf 58 Prozent gekürzt, so GVV-Präsident Erich Trummer (S). Burgenländische Gemeinden würden immer noch auf die versprochenen 5,6 Millionen Euro Finanzierungszuschuss des Bundes für bereits getätigte Hochwasserschutzbauten warten., erklärte Trummer in einer Aussendung.

Dass der Bund Hochwasserschutz-Mittel für das Burgenland zurückhalte, stimme nicht, sagte Berlakovich: "Im Gegenteil, je nach Baufortschritt bei den Bauprojekten zahlen wir aus." Es habe im Zuge des Sparpakets Kürzungen gegeben, aber gleichzeitig habe man zusätzliches Geld aufgestellt für Soforthilfemaßnahmen.