Erstellt am 23. Mai 2012, 13:35

RZB bucht sich 852 Mio. Aktienkapital dazu. Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) hat ihr Kernkapital nach den Vorgaben der europäischen Aufsicht EBA gestärkt. Sie übertrifft damit schon jetzt die eigentlich erst ab Ende Juni geltenden strengen EBA-Kapitalvorgaben von mindestens 9 Prozent.

Der Aufsichtsrat der RZB wählte heute Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, zum neuen Aufsichtsratschef. Er übernimmt das Präsidentenamt von Christian Konrad, der dem Kontrollgremium der RZB seit mehr als 22 Jahren vorstand. Weiters wurden Heinrich Schaller (Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG) als Vize-Aufsichtsratsvorsitzender und Reinhard Wolf (Raiffeisen Ware Austria AG) in den Aufsichtsrat gewählt.

Die RZB, Hauptaktionärin der börsenotierten Raiffeisen Bank International, kann - vorwiegend durch den Umtausch von Partizipationskapital in Aktienkapital - nun weit mehr als 800 Mio. Euro EBA-fähiges Kapital dazubuchen.

Gestern, Dienstag endete die Zeichnungsfrist der dafür fälligen Kapitalerhöhung. Die RZB gehört hauptsächlich den Raiffeisen-Landesbanken. Die Aktionäre haben 852 Mio. Euro hartes Kernkapital gezeichnet, teilte die Bank heute Mittag mit. Die neuen Stammaktien wurden zum Preis von 1.270 Euro je Aktie gezeichnet. Im Gegenzug hat die heutige Hauptversammlung der RZB beschlossen, das von den Aktionären gehaltene Partizipationskapital (PS-Kapital) in Höhe von 842 Mio. Euro einzuziehen.

Lob gab es für diese Kapitalstärkung heute von der Aufsicht, die in der Umwandlung von einer Kapitalkategorie in eine andere kein bloßes Umetikettieren sieht. Wer Kapitalbestandteile minderer Qualität in höhere Qualitäten umwandle, verbessere damit die Kapitaleffizienz, sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl.

Nicht erfasst vom Tausch ist das Partizipationskapital der Raiffeisen Bank International AG, das zu 70 Prozent bei der Republik Österreich und zu 30 Prozent bei anderen Investoren platziert ist.