Erstellt am 31. Oktober 2011, 12:44

RZB will Kapitalziel ohne Staat schaffen. Vor Weihnachten wird Raiffeisen der Aufsicht ein Konzept vorlegen, wie die RZB (inkl. Raiffeisen Bank International) bis Juni 2012 die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA vorgegebene Mindestquote von 9 Prozent beim harten Kernkapital aufstellen wird.

RZB-Chef Rothensteiner versicherte am Weltspartag, dass dies ohne weitere Staatshilfe und auch ohne Beteiligungsverkäufe vonstatten gehen solle.

Von den 2,9 Mrd. Euro, die die EBA bei den drei systemrelevanten Großbanken Raiffeisen Zentralbank, Erste Group und ÖVAG als Kapitalbedarf ausmachte, entfielen nach EBA-Rechnung 1,9 Mrd. Euro auf Raiffeisen. "Die Zahl hat uns überrascht", so Rothensteiner. Und die bemessene Zeit sei kurz.

Das laut EBA geforderte harte Kernkapital besteht aus gezeichneten Aktien, aus einbehaltenen Gewinnen sowie den anrechenbaren staatlichen Partizipationsscheinen, die der Bund bei den Großbanken in der ersten großen Finanzkrise gezeichnet hat. Rothensteiner beklagte am Montag, es sei schwer verständlich, dass die privaten Partizipationsscheine (bei Raiffeisen 1 Mrd. Euro) nicht anrechenbar seien, obwohl sie die selbe Wertpapiernummer hätten wie die staatlichen PS (1,75 Mrd. Euro).

Würden diese mitgerechnet, hätte die RBZ Gruppe nur noch 900 Millionen aufzustellen - "und alle drei österreichischen Großbanken bräuchten wohl zwei Milliarden Euro weniger", rechnete Rothensteiner vor. 900 Mio. Euro wären für Rothensteiner locker drin, er hält aber auch 1,9 Mrd. Euro für machbar. "Wir haben auch Gewinne". Zu einer Aktienkapitalemission der RBI sagte er nichts.

Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hielt am Montag fest, er gehe "mit Sicherheit" davon aus, dass die RZB die Frage der Kapitalausstattung ohne Staatshilfe lösen wird können. Verkäufe bzw. Geschäftsrückführungen seien kein Thema, das müsse vermieden werden, so weit das irgendwie gehe. "Wir haben auch nichts zu verschenken. Wir sind ja nicht Feind unseres Geschäfts", so Konrad.