Erstellt am 13. Juni 2014, 12:01

Sanierungsverfahren über Elektrohändler Köck eröffnet. Am heutigen Freitag wurde über den Wiener Elektrohändler Köck ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind 110 Gläubiger und 57 Beschäftigte, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 4,6 Mio. Euro.

Angeboten wird eine 30-Prozent-Quote, davon 10 Prozent als Barquote, teilten KSV1870 und AKV mit. Köck betreibt insgesamt sechs Filialen in Wien, Wiener Neustadt und Oberwart. Als Grund für die Insolvenz werden erhebliche Umsatzeinbußen durch steigende Konkurrenz durch Billiganbieter und die rasche Schließung einer nach Ankauf eines Warenlagers in Berlin im Jahr 2012 eröffneten Filiale. Nun sollen drei Filialen sowie das Zentrallager zugesperrt werden.

Die erste Gläubigerversammlung findet am 3. Juli statt, die Sanierungstagsatzung am 21. August. Zum Sanierungsverwalter wurde Rechtsanwalt Georg Unger bestellt.

Über Elektrohandel kreist Pleitegeier

Neben Köck sind auch weitere Elektrohändler in den vergangenen Monaten in die Pleite geschlittert. Den Anfang machte der Wiener PC-Händler DiTech mit 522 Gläubigern und fast 37 Mio. Euro Schulden. Der ehemalige Vorzeigebetrieb wird nun teilweise von Mitbewerber e-tec weiter geführt, den Gläubigern droht der Totalausfall.

Heute wurde auch das Aus für den Apple-Händler mcworld/mcshark bekannt. Sowohl bei DiTech als auch bei mcworld/mcshark war nach Eigenangabe die rasche Expansion der Grund für die Pleite. mcworld/mcshark sitzt auf Schulden von 13,5 Mio. Euro.

In diversen Internetforen wird noch ein weiterer Grund genannt: Durch das rasche Wachstum von DiTech sei es nicht mehr möglich gewesen, die Beratungsqualität, für die DiTech bekannt war, aufrecht zu erhalten. Bei mcworld/mcshark wiederum wurde kritisiert, dass den Verkäufern der Kult rund um Apple etwas zu Kopf gestiegen sei, hieß es in Internetforen.

Von der Pleite des Apple-Händlers ist auch der Steuerzahler direkt betroffen. 30 Prozent des Unternehmens hält nämlich der staatliche aws Mittelstandsfonds. Das beantragte Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung betrifft 148 Arbeitnehmer, den 133 Gläubigern wird ein Quote von 20 Prozent angeboten. Das Geschäft soll in Teilen weitergeführt werden, dafür wären für die nächsten Wochen noch ausreichend Mittel vorhanden.