Erstellt am 25. Juni 2012, 14:47

Schieder besorgt über EU-Massenarbeitslosigkeit. Für Finanzstaatssekretär Andreas Schieder hat man in der EU trotz "alarmierender Arbeitslosenzahlen viel zu lange zugesehen". "Das ist ein explosiver Stoff für den gesellschaftlichen Zusammenhalt des europäischen Projekts", sagte Schieder am Montag bei einer Konferenz in Wien.

Es sei höchst an der Zeit, Perspektiven für diese Menschen zu schaffen. Er erwarte vom kommenden EU-Gipfel am 28. und 29. Juni in Brüssel "entscheidende Weichenstellungen". Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien haben im Vorfeld des Gipfels einen 130-Milliarden-Euro-Paket für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa vorgeschlagen.

Die höchsten Arbeitslosenraten meldete zuletzt für April Spanien (24,3 Prozent), Griechenland (21,7 Prozent) sowie Lettland und Portugal (je 15,2 Prozent). Österreich verzeichnete laut Eurostat-Zahlen von allen EU-Staaten wieder mit Abstand die niedrigste Quote, nämlich 3,9 Prozent. Dahinter folgen Luxemburg und die Niederlande (je 5,2 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote lag im April in der EU bei 22,4 Prozent. Am höchsten war die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland (52,7 Prozent) und Spanien (51,5 Prozent). Die niedrigsten Quoten verzeichneten Deutschland (7,9 Prozent) und Österreich (8,9 Prozent).

ÖGB-Chef Foglar betonte, dass Massenarbeitslosigkeit und Massenelend in der Vergangenheit zu "totalitären Entwicklungen" geführt hätten. Die Wachstumsziele der EU-Strategie Europa 2020 seien "absolut richtig", aber die praktische Politik sehe "genau anders aus", sagte Foglar bei der Konferenz "Wege zur Vollbeschäftigung - ein neuer Wachstumspfad für Europa". Dies sei "wie links blinken und rechts abbiegen." Er wünsche sich "mehr EU, aber nicht in dieser Form". Mit "Kaputtsparen" werde man die Krise nicht lösen können, sondern nur mit Wirtschaftswachstum.