Erstellt am 09. April 2013, 09:55

Schieder gegen Selbstbehalt für Ein-Person-Firmen. Finanz-Staatssekretär Schieder (SPÖ) fordert die Streichung des 20-Prozent-Selbstbehaltes bei einem Arztbesuch für Ein-Personen-Unternehmen (EPU).

Leider würde dies die Wirtschaftskammer blockieren, weil sie offensichtlich die EPUs nicht als Unternehmen betrachtet. Die Kammer weist das zurück. Der Selbstbehalt gelte für alle Selbstständigen und habe sich bewährt, hieß es seitens der WKÖ.

Schieder hingegen betonte am Montagabend vor Journallisten, dass es für EPUs ohnehin schon sehr schwer sei über Wasser zu bleiben, sie würden deswegen oft gar nicht erst zum Arzt gehen weil sie sich die Kosten nicht leisten könnten. Was auch für die Volkswirtschaft schlecht sei, da Krankheiten nicht frühzeitig erkannt werden könnten. Außerdem würden sich die Selbstständigen den Selbstbehalt durch ihren Versicherungsbeitrag ohnehin selbst zahlen.

"Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit, Unfall oder durch eine Schwangerschaft dürfen in Österreich für niemanden ein Grund sein, um seine Existenz fürchten zu müssen", betonte Schieder. Wichtig wäre es auch, das Krankengeld früher auszuzahlen. Jetzt erfolgt dies erst nach 43 Tagen, wünschenswert wäre nach 7 Tagen, so der Staatssekretär. Dies würde grob berechnet rund 40 Mio. Euro kosten.

Anlässlich es 1. EPU-Tages in Wien erinnerte SWV-Wien-Präsident Fritz Strobl daran, dass in der Bundeshauptstadt bereits 60 Prozent der Firmen Ein-Personen-Unternehmen seien.