Erstellt am 27. Mai 2013, 12:31

Schlachthöfe in Sorge wegen Billigkonkurrenz. Bei den österreichischen Schlachtbetrieben läuten die Alarmglocken wegen Schweinefleischpreisen.

Grund ist Billigkonkurrenz aus Deutschland, die auch Belgien und Frankreich auf die Palme bringt. "Bei deutschen Branchenriesen arbeiten großteils Billigarbeiter aus Osteuropa - vor allem aus der Ukraine, Weißrussland, Polen und Moldawien", zitiert der "Kurier" die Landwirtschaftskammer.

Kolportiert werden ein Hilfsarbeiterlohn von 3,50 Euro und ein Facharbeiterlohn von 6 Euro. Für Branchenvertreter Hans Schlederer ist es eine "Schweinerei, was da läuft", sagte er zur APA . "Das Fleisch aus Deutschland ist um bis zu 20 Prozent billiger. Natürlich wird davon nicht der ganze Preisvorteil nach Österreich weitergegeben - nur so viel, dass es eben gekauft wird", erklärte Schlederer, Chef des Verbandes der landwirtschaftlichen Veredelungsproduzenten und der Schweinebörse in Linz.

Das Problem gebe es seit etwa fünf Jahren, in den vergangenen zwei bis drei Jahren habe es sich verschlimmert. Im vergangenen Jahr seien wegen der Billigkonkurrenz fünf - zumindest für Österreich - große Schlachter in die Insolvenz geschlittert. Die deutschen könnten billigeres Fleisch feilbieten, weil dort "speziell in der Fleischbranche auch moderne Sklaverei, Lohndumping herrscht", so Schlederer.

Um nicht überrollt zu werden, verbündet sich Schlederer mit Frankreich und Belgien, um das Thema aufs EU-Tapet zu bringen. An Sozialkommissar Laszlo Andor wurde von den Branchensozialpartnern bereits ein Schreiben verfasst.

Unterschiedlicher könnte die Branche in Österreich und Deutschland übrigens kaum sein: Alle knapp 200 Schlachtbetriebe schlachten pro Woche nicht ganz 100.000 Schweine. In Deutschland schlachtet der größte Betrieb alleine in der Woche 100.000 Borstentiere.