Erstellt am 22. Mai 2012, 13:27

Schlecker droht das endgültige Aus. Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker steht einem Bericht zufolge vor dem endgültigen Aus. Der Rettungsplan von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz drohe zu scheitern, berichtete das "Manager Magazin" am Dienstag unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Personen.

Noch in dieser Woche könnten die Gläubiger die Zerschlagung des Unternehmens beschließen. Schlecker verliert derzeit pro Tag im Schnitt einen sechsstelligen Geldbetrag. Zu den anhaltenden Verlusten kommen rechtliche Unsicherheiten aufgrund der knapp 4.000 Kündigungsschutzklagen entlassener Mitarbeiter. Mögliche Kosten aus derartigen Gerichtsprozessen müsste ein Investor tragen. Laut Magazin könnten sich diese Kosten auf bis zu 120 Mio. Euro belaufen. Da sich der Schuldenberg des Unternehmens somit bedrohlich der Milliardengrenze nähere, drängten die Gläubiger nun auf eine rasche Lösung.

Die derzeitige Lage mache es allerdings kaum möglich, einen Investor zu finden, der die Schlecker-Gruppe als Ganzes weiterführen wolle. Wahrscheinlicher sei stattdessen der Verkauf einzelner Unternehmensteile. Die Österreich-Tochter ist bis jetzt von der Insolvenz nicht erfasst.

Für die Mehrheit der derzeit noch rund 3.200 deutschen Schlecker-Filialen könnte eine Einzellösung allerdings das Ende bedeuten. Eigentlich bis Pfingsten wollte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz einen neuen Investor für das angeschlagene Unternehmen präsentieren. Anfang Mai hatte er aber angegeben, dass aufgrund der hohen Zahl von Kündigungsschutzklagen und einer weiterhin ungeklärten Diskussion um einen Sanierungstarifvertrag für die verbleibenden Mitarbeiter der Zeitplan nicht einzuhalten sei. Am 5. Juni tritt in Ulm die Gläubigerversammlung zusammen.