Erstellt am 20. August 2012, 18:47

Schlecker-Neo-Eigner dementiert Probleme jeder Art. Der neue Schlecker-Eigentümer Rudolf Haberleitner verteidigt sein dayli-Konzept mit Zähnen und Klauen. Zweiflern wie der Prisma-Chefin Bettina Selden, die heute Bedenken anmeldete, richtet der Neo-Chef aus: "Die kennt das Konzept gar nicht."

"Sämtliche Lieferanten, Vermieter und Konsumenten finden es hervorragend. Es bewerben sich Chefs von großen Ketten, die da mitarbeiten wollen", so Haberleitner. Selden hält die Verkaufsflächen für Haberleitners Vorhaben, aus Schlecker einen Nahversorger zu machen, für zu klein und zweifelt an der logistischen Machbarkeit. Für Haberleitner alles kein Problem. Man brauche die Kreditversicherer - die übrigens nach wie vor keine Haftung für offene Lieferungen übernehmen - nicht. Es gebe keinen Lieferanten, der nicht offen liefere, so Haberleitner. Lediglich an längeren Zahlungszielen müsse man noch arbeiten.

Die Filialen seien mittlerweile wieder gut bestückt. "Das hat sich wesentlich verbessert in den letzten Wochen", meinte er. In den nächsten Wochen sollen bereits die ersten Zusatzsortimente wie Lebensmittel in die Regale einziehen. Das Rebranding von Schlecker zu dayli habe bereits begonnen und soll in vier Wochen abgeschlossen sein. Das sei aber nur der erste Schritt. In zwei bis drei Jahren komme noch einmal was anderes. Was, verriet Haberleitner freilich nicht.

In einem Brief Ende Juli bat der neue Investor die Vermieter der Schlecker-Filialen um einen Mietverzicht. Die Vermieter sollten die Mietzahlungen entweder für 6 Monate aussetzen oder eine Absenkung der Miete um 20 Prozent akzeptieren. Im Gegenzug werde ein Kündigungsverzicht auf zwei Jahre eingeräumt. Laut Haberleitner "haben da alle mitgetan". Dem Vernehmen nach sollen aber einige Vermieter an dem Konzept zweifeln und Kündigungen erwägen.