Erstellt am 30. Juli 2012, 14:53

Schlecker Österreich vor Entscheidung um Insolvenz. Das Schicksal von Schlecker Österreich und seinen 3.000 Mitarbeitern - vorwiegend Frauen - wird voraussichtlich in den kommenden Tagen besiegelt.

 "Morgen ist Stichtag. Wir warten darauf, ob die Löhne und Gehälter noch gezahlt werden können", sagte Kreditschützerin Petra Wögerbauer vom KSV 1870. Laut Schlecker-Österreich-Anwalt Ferdinand Lughofer ist ein Verkauf ohne Insolvenz aber noch machbar. An die Vermieter der Filialen ist in den vergangenen Tagen ein Brief von Schlecker-Österreich ergangen. Darin heißt es: "Neue Eigentümer planen, die Anton Schlecker GmbH in den nächsten Tagen zu übernehmen und mit allen 1.350 Standorten in den Ländern Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg weiterzuführen". Die Eigentümer werden in dem Schreiben - das der APA vorliegt - gebeten, die Mietzahlungen für 6 Monate auszusetzen oder eine Absenkung der Miete um 20 Prozent zu akzeptieren. Bis Ende Juli wird um eine Entscheidung gebeten.

Der Schlecker-Anwalt betonte, dass die Juli-Gehälter ausbezahlt werden. "Ich wüsste nicht, dass es nicht erfolgen kann", sagte Lughofer. Im Falle einer Insolvenz übernimmt der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) die Lohnzahlungen an die Mitarbeiter.

Neben den drei bekannten Interessenten soll es noch einen bisher ungenannten österreichischen Investor geben, der das komplette Unternehmen übernehmen will. "Kein Kommentar", hieß es dazu von der deutschen Schlecker-Insolvenzverwaltung auf APA-Anfrage. Der Linzer Finanzinvestor Recap um Anton Stumpf will rund 600 der insgesamt 900 Schlecker-Filialen nach einer "geordneten Insolvenz"übernehmen. Ex-dm-Manager Manfred Laaber sucht noch immer einen Investor für die Übernahme der Drogeriekette. Er will mindestens 600 Filialen übernehmen. Die MTH-Gruppe (u.a. Libro, Pagro) um den österreichischen Industriellen und Ex-Politiker Josef Taus ist hingegen nur an rund 100 Filialen interessiert.