Erstellt am 19. Juni 2012, 15:20

Schlecker offenbar auch in Österreich vor Pleite. Schlecker droht nach Deutschland auch in Österreich die Pleite. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat bisher keinen strategischen Investor für die etwa 930 Filialen gefunden, meldet das "manager magazin" unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Personen.

 Laut Österreich-Firmenanwalt Klaus-Ferdinand Lughofer führte Geiwitz aber bis Ende vergangener Woche Sondierungsgespräche mit Interessenten. Vor diesem Hintergrund könne er sich die Meldung nicht erklären, sagte er am Dienstag. Laut "manager magazin" verbleibt als letzter Interessent ein Finanzinvestor, der allenfalls einen Teil der österreichischen Standorte übernehmen würde. Vergangene Woche bekundete der oberösterreichische Sanierer Anton Stumpf sein Interesse an der Drogeriekette. Auch die MTH-Gruppe des Industriellen Josef Taus hat ein Auge auf Schlecker geworfen. Lughofer zufolge gibt es abgesehen von den beiden noch andere Interessenten.

Die enge Koppelung von Österreich an Deutschland stellt Lughofer in Abrede. Beim Einkauf sei man schon längst selbstständig, die IT sei inzwischen ebenfalls ausgelagert. Die Warenversorgung wird in Österreich als sicher dargestellt, in vielen Filialen klaffen aber große Lücken in den Regalen.

Die deutsche Konzernmutter sowie die Schlecker-Tochter "Ihr Platz" schulden Schlecker-Österreich zumindest 169 Mio. Euro. Diese Zahl wurde in der Bilanz 2010 ausgewiesen und könnte inzwischen noch höher sein. Das "manager magazin" meldet außerdem, dass nicht nur Österreich, sondern auch die Spanien-Tochter gefährdet sei.