Erstellt am 14. März 2012, 12:06

Schlecker veröffentlicht Schließliste. Die insolvente deutsche Drogeriemarkt-Kette Schlecker hat am Mittwochvormittag die Liste der Filialen veröffentlicht, die voraussichtlich geschlossen werden.

Nach Angaben eines Sprechers sind die Angaben noch vorläufig, solange der Insolvenzverwalter der Drogeriekette, Arndt Geiwitz, mit dem Betriebsrat verhandelt. Auf der 40 Seiten langen Liste sind Märkte von Aachen bis ins niederbayerische Zwiesel aufgeführt. Über 2.000 Filialen sollen wie bereits angekündigt endgültig geschlossen werden - nur sie sind auf der Liste aufgeführt. Unlängst zählte Schlecker in Deutschland noch rund 5.400 Filialen.

Möglicherweise kann es nach dpa-Informationen noch zu kleinen Veränderungen kommen - doch ist das Aus für die Geschäfte ziemlich sicher. Von rund 400 weiteren Filialen, die noch auf wackeligen Füßen standen, sind mittlerweile dem Vernehmen nach rund 120 gerettet, über 280 spricht Geiwitz noch mit den Arbeitnehmervertretern.

Die betroffenen Geschäfte auf der Liste wurden seit Dienstagnachmittag per Fax über ihre Schließung informiert. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers erhalten diese am Mittwoch oder Donnerstag Pakete für Rabattaktionen. Die Preise der Waren für den Ausverkauf sollen um 30 Prozent reduziert werden.

Das Unternehmen betonte zugleich, dass eine Filialschließung nicht die Kündigung der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen zur Folge haben müsse. Darüber entscheide in jedem Einzelfall der Sozialplan, der ebenfalls noch verhandelt werde.

Geiwitz will 11.750 Stellen streichen, um ab April mit schwarzen Zahlen das Unternehmen weiterzuführen. In Stuttgart war Schlecker Mittwochfrüh Thema einer Landtagsdebatte.

In Österreich beschäftigt die Drogeriekette rund 3.000 Mitarbeiter in etwa 930 Filialen. Wie berichtet ist die Österreich-Tochter von der Insolvenz zwar (vorerst) nicht betroffen, doch auch hierzulande werden Filialen geschlossen. Die Angaben darüber, wie viele, gehen allerdings auseinander. Handelsexperte Peter Schnedlitz von der Wirtschaftsuniversität Wien etwa sprach im Jänner von jeder zehnten Zweigstelle, die aufgegeben werden müsste. Thorben Rusch, der operative Chef des Familienkonzerns, wiederum ging bei der Pressekonferenz in Wien von einer Schließung der Filialzahl im unteren zweistelligen Bereich aus.