Erstellt am 17. Juli 2012, 12:14

Schwache Obsternte könnte Marmelade verteuern. Die Preise von Obstprodukten wie Marmelade könnten in Österreich wegen der zu erwartenden Minderernte heuer steigen. Das schlossen weder der Chef des Großproduzenten Darbo, Martin Darbo, noch der Geschäftsführer der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in der Wirtschaftskammer, Michael Blass, aus.

Der Chef des Marmeladenherstellers Staud, Hans Staud, erwartet, dass er heuer "nur 30 Tonnen Marillen aus Österreich im Gegensatz zu 80 Tonnen in einem Normaljahr" verarbeiten werde. In einem normalen Erntejahr bezieht Staud rund 60 Prozent des Obstes für die Marmeladen aus Österreich. Wegen der heurigen Ernteeinbußen wird dieser Wert 2012 aber nicht haltbar sein, erklärte der Firmenchef. "Ich kenne nur einen Bauern, der heuer eine normale Marillenernte einfährt", so Staud. Andere hätten 70-prozentige Ernteeinbußen. Auch Frühsorten der Erdbeere seien teilweise ganz zerstört worden - wegen Spätfrost und Hagel.

"Ob es heuer Preiserhöhungen geben wird, ist noch offen", meinte Darbo-Chef Martin Darbo. Gegen wetterbedingte dramatische Ernteeinbußen könne man nichts machen, so der Chef der Tiroler Firma. Die Marillen für ihre Marillenmarmelade werden zur Gänze importiert. Aus Österreich stammten bei Darbo "der größte Teil" des verwendeten Zuckers, einige Honigsorten aber nur wenige Früchte wie Holunderbeeren sowie rote und schwarze Ribisel.

"Importiert wird erntefrisch tiefgefrorenes Obst", so Darbo. "Wie jedes Jahr warten wir auch heuer die Ernte aller wichtigen Obstsorten ab und entscheiden erst dann über Preiserhöhungen." Hauptpreistreiber sei seit dem vergangenen Jahr "jedoch hauptsächlich die begrenzte Menge an Zucker".

Laut Michael Blass von der Wirtschaftskammer seien - wenn es tatsächlich zu einer Minderernte kommen sollte - "alle Varianten möglich": Es könne zu Preissteigerungen kommen oder auch dazu, dass bestimmte Produkte gar nicht zu haben seien.