Erstellt am 23. August 2013, 18:39

Schwere Vorwürfe gegen Gemüsebetrieb im Burgenland. Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE hat am Freitag schwere Vorwürfe gegen einen Gemüseanbaubetrieb im Südburgenland erhoben.

Neun rumänische und ungarische Saisonarbeiter seien "mit einem Körberlgeld abgespeist worden": "Für gerade einmal 100 Euro in der Woche mussten die Erntehelfer bis zu 17,5 Stunden am Tag oder 336 Stunden im Monat arbeiten", erklärte PRO-GE-Landessekretär Anton Wesselich.

Wesselich spricht von knapp 1 Euro Stundenlohn

"Wenn man das durchrechnet, kommt man knapp über einen Euro Stundenlohn", sagte Wesselich. Darüber hinaus berichte ein Regionalsekretär, dass die Unterbringung der Betroffenen "in menschenverachtenden, eher pferchähnlichen Containern organisiert war", so Wesselich.

Die tägliche Maximalarbeitszeit sei laut Kollektivvertrag mit acht bzw. einschließlich Überstunden zehn Stunden festgelegt. Wird nicht mehr als vier Tage pro Woche gearbeitet, dürfe die tägliche Arbeitszeit samt Überstunden höchstens zwölf Stunden betragen, erläuterte der PRO-GE-Landessekretär.

Abrechnung sei nicht abgeholt worden

Die Gewerkschaft wolle nun das Ergebnis der Behördenverfahren abwarten - die Finanzpolizei und die Land- und Forstwirtschaftsinspektion des Landes Burgenland seien bereits eingeschaltet. Wenn man mit den Berechnungen fertig sei, ergehe ein Forderungsschreiben an den Betrieb. "Wenn die Firma das nicht akzeptiert, dann wird es ein Gerichtsverfahren geben", so Wesselich.

Die Geschäftsleitung des betroffenen Unternehmens war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Gegenüber der ORF Burgenland hieß es von dem Betrieb, man zahle sehr wohl nach Kollektiv-Vertrag. Die aktuelle Abrechnung sei fertig, allerdings hätten sie die Saisonarbeiter noch nicht abgeholt. Zudem behalte man sich rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft vor.