Erstellt am 24. Januar 2013, 15:33

Schwierige Einvernahme im Immofinanz-Prozess. Der im Immofinanz-Prozess angeklagte Ex-Bankchef Karl Petrikovics ist am Donnerstag von Richterin Claudia Moravec-Loidolt und Staatsanwalt Volkert Sackmann zu den Aktienoptionsgeschäften mehrere Stunden in die Zange genommen worden.

Dabei hatte Petrikovics großen Erklärungsbedarf, die zahlreichen konzerninternen Aktien- und Optionsgeschäfte mit Immoeast-Aktien zu erklären.

Zahlreiche vom Staatsanwalt inkriminierte Konzernvorgänge bei der Constantia Privatbank (CPB) bzw. der Immo-Gruppe Immofinanz/Immoeast erklärte Petrikovics aus einer "wirtschaftlichen Betrachtung" heraus. Wenn man es wirtschaftlich betrachte, dann habe die Immoeast den Aktienkauf ihrer Aktien für Petrikovics, den mitangeklagten Norbert Gertner (sein Verfahren wurde krankheitsbedingt ausgeschieden) und Ex-Vizeaufsichtsratschef der Bank, Helmut Schwager, letztendlich selbst finanziert, hielt die Richterin dem Ex-Banker vor. "Bei einer sehr wirtschaftlichen Betrachtung", meinte Petrikovics.

Im Zuge der Einvernahme ermahnte die Richterin Petrikovics: "Können sie versuchen, auf meine Frage zu antworten". So wollte die Richterin unter anderem wissen, ob die Aktienkäufe jemals der Finanzmarktaufsicht (FMA) gemeldet wurden? Nach mehreren Anläufen meinte der Ex-Banker dazu: "Nein, das war nicht meldepflichtig" - nur physisch durchgeführte Aktienkäufe wären damals der FMA zu melden.

Konfrontiert mit seinen Aussagen im Ermittlungsverfahren kritisierte Petrikovics, dass er damals vom Vorgänger von Staatsanwalt Sackmann bei dieser Befragung mit Fragen "Wie haben sie die Beute aufgeteilt?" und " Wer sind ihre Komplizen?" befragt wurde.

Insgesamt gestaltete sich die Befragung von Petrikovics sehr mühsam: "Sie wollen das nicht verstehen?", fragte einmal der Staatsanwalt. "Das verstehe ich wirklich nicht", konterte der Ex-Banker bezüglich eines Beteiligungsansatzes bei der Bank.

Petrikovics wollte bei seiner Befragung kurz die Causa rund um den Korruptionsverdacht gegen Ex-Finanzminister Grasser bei der Buwog-Privatisierung ins Spiel bringen. Doch weder die Richterin noch der Staatsanwalt stiegen jedoch darauf ein.