Erstellt am 24. Juni 2012, 11:41

Shop-Streit am Flughafen eskaliert. Der Streit der neuen Wiener Flughafenmanager Julian Jäger und Günther Ofner mit ihrem größten Mieter von Geschäftsflächen, Rakesh Sardana, verschärft sich.

Die Airportführung habe nun die interne Revision mit der Überprüfung der Umstände beauftragt, unter denen Sardana in den vergangenen Jahren zu seinen Verträgen gekommen ist, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner aktuellen Ausgabe. Sardana seinerseits betonte am Sonntag in einer Aussendung, dass von dem von Jäger und Ofner entworfenen Insolvenz-Szenario für seine Firmen keine Rede sein könne. "Meine am Flughafen tätigen Gesellschaften Artifacts, Saveria und Striberny sind liquide", heißt es.

Hintergrund der Streitereien sind unter anderem auch langjährige Gerüchte, dass der indische Geschäftsmann bei der Vergabe der Geschäftsflächen immer wieder bevorzugt worden sei. Vor allem seine gute Kontakte zum früheren Flughafenvorstand Ernest Gabmann sind ein Thema. Zuvor schon stellte der Airport Insolvenzantrag gegen Sardana wegen auflaufender Mietrückstände und kündigte dessen Bestandsverträge.

"Es ist genau umgekehrt", sagt der Souvenirhändler, "den Forderungen des Flughafens an mich stehen weitaus größere Forderungen von mir an den Flughafen gegenüber". Und er kündigt hartnäckigen Widerstand an: "Die Kündigungen der Flächen sind weder rechtskräftig noch rechtskonform. Der Flughafen hat auf Jahre hinaus keine Chance, sie zurückzubekommen. Ich wundere mich, warum man sich auf so ein juristisches Gemetzel einlässt."

Sardanas Firmengruppe betreibt am Flughafen Wien 27 Läden und ist Mieter von 16 weiteren Flächen am neu erbauten Check-in 3 ("Skylink"). Der Fortbestand der Firmengruppe sei gesichert, versichert Sardana. Er betreibe neben den Flughafenshops rund zwanzig weitere Marken- und Souvenirshops in der Wiener Innenstadt sowie dreißig Läden in den Flughäfen JFK (New York) und Logan (Boston). Die Gruppe habe im Vorjahr rund 40 Mio. Euro Jahresumsatz erwirtschaftet.