Erstellt am 07. Februar 2012, 12:23

Sieben Prozent weniger Insolvenzen. Die Creditreform hat 2011 in Österreich 6.194 Unternehmensinsolvenzen registriert - um sieben Prozent weniger als 2010.

Österreich befindet sich mit dieser Verbesserung in guter Gesellschaft mit anderen Kernländern Europas wie Deutschland (5,8 Prozent weniger Insolvenzen auf 30.200), Frankreich (3,0 Prozent weniger Insolvenzen auf 49.500) oder die Niederlande (Minus 2,9 Prozent auf 7.000).

Parallel dazu haben die Insolvenzen in wirtschaftliche angeschlagenen Peripherieländern aber deutlich zugenommen, warnt Creditreform. Für Griechenland weist das Unternehmen wenig überraschend einen Anstieg der Insolvenzen um 27 Prozent aus - allerdings auf nur 452 Firmenpleiten im ganzen Jahr 2011. Massive Anstiege hat es auch in Italien (16,1 Prozent auf 11.792), Portugal (17,1 Prozent auf 6.025) und Spanien (18,7 Prozent auf 5.752) gegeben. Auch in Großbritannien gab es ein Plus von 6,3 Prozent auf 18.571.

In Summe sind in Europa im Vorjahr fast 175.000 Firmen pleitegegangen. 36,9 Prozent der Firmen entfielen auf den Dienstleistungssektor, 31,2 Prozent auf den Handel, 21,4 Prozent auf den Bau und 10,5 Prozent auf das verarbeitende Gewerbe.

In Mittel- und Osteuropa hat die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 6,1 Prozent von 37.139 auf 39.423 zugenommen. Die stärksten Zuwächse gab es in Bulgarien (1.500 Fälle; plus 114,3 Prozent), Ungarn (20.322 Fälle; plus 16,2 Prozent), Tschechien (6.753 Fälle; plus 21,5 Prozent) und Slowenien (675 Fälle; plus 32,4 Prozent). Einen Rückgang gab es vor allem in Rumänien (4.580 Fälle; minus 16,4 Prozent), Lettland (800 Fälle; minus 66,8 Prozent) sowie Estland (256 Fälle; minus 49,2 Prozent).

Die Zahl der Privatinsolvenzen war hingegen in Europa 2011 leicht rückläufig und fiel von 379.091 auf 373.284, errechnete die Creditreform. In Österreich gab es gegen den Trend einen Anstieg von 10.296 auf 10.861.