Erstellt am 16. November 2012, 13:10

Skifahren wird wieder teurer. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) kritisiert die steigenden Preise für Ski-Liftkarten.

"Skifahren entwickelt sich vom Volkssport zum Luxussport", kritisierte VKI-Geschäftsführer Josef Kubitschek. "Innerhalb von zehn Jahren sind die Preise für Liftkarten um fast ein Drittel gestiegen, die Inflation in diesem Zeitraum betrug aber nur 22 Prozent", so Kubitschek. Von den Seilbahnbetreibern werden jedes Jahr immer höhere Investitionen in Infrastruktur, Beschneiung, Sicherheit und Komfort als Grund für höhere Liftpreise ins Treffen geführt. Vor allem die Beschneiung aufgrund des Schneemangels der vergangenen Jahre geht ins Geld.

Das alles sind Kosten, auf denen die Liftunternehmer nicht sitzen bleiben wollen. "Es ist zu hinterfragen, ob es nötig ist, jedes Jahr neue Lifte zu bauen. Es muss nicht immer mehr und besser und schöner werden, das ist eine Sackgasse", findet Peter Blazek, Projektleiter der Skigebiete-Erhebung für Österreich.

Teuer zu stehen komme den Konsumenten auch der Trend zu Skiverbünden. "In vielen Gebieten muss man eine Verbundkarte kaufen, obwohl man sie gar nicht nützt." Niemand könne in zwei Tagen ganz Kärnten abfahren, so Blazek.

Rechnet man zur Liftkarte die Kosten für Hin- und Rückreise, Quartier und Verpflegung hinzu, kommt der Skiurlaub für eine vierköpfige Familie für eine Woche auf etwa 3.000 Euro, schätzen die Konsumentenschützer. Wenn man überall das günstigste Angebot nehme, seien auch 2.000 Euro möglich. Innerhalb Österreichs kostet der 6-Tage-Skipass für eine vierköpfige Familie zwischen 274 Euro (Wenigzell Schneeland) und 791 Euro (Arlberg).

Auch innerhalb Europas sind die Preisunterschiede enorm. Österreich, die Schweiz, Frankreich und Italien zählen zu den Ländern mit den teuersten Skigebieten. Eine günstigere Alternative finden Österreicher in Tschechien und der Slowakei.