Erstellt am 17. Dezember 2010, 11:41

SLG Bau mit rund 6,6 Mio. Euro überschuldet. Im Landesgericht Eisenstadt ist am Freitag über die SLG Bau GmbH, die ehemalige Lauggas GmbH, das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden.

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Das Bauunternehmen, das 180 Mitarbeiter beschäftigt, ist nach Angaben des KSV1870 mit etwa 6,6 Mio. Euro überschuldet. Die Aktiva werden im Insolvenzantrag mit 3,4 Mio. Euro beziffert, die Passiva mit zehn Mio. Euro. Somit sei dies die zweitgrößte Insolvenz in diesem Jahr im Burgenland.

Nach Einschätzung des KSV1870 handle es sich dabei um vorläufige Zahlen. Zum Masseverwalter wurde der Eisenstädter Rechtsanwalt Klaus Dörnhöfer bestellt. Dieser werde die Vermögenssituation nun nach insolvenzrechtlichen Kriterien prüfen. Höhere Passiva seien heuer bei einem burgenländischen Insolvenzfall mit 11,4 Mio. Euro nur im Konkursverfahren der Domweber Bau GmbH in Oberwart zu verzeichnen gewesen.

Von der Insolvenz der SLG Bau GmbH mit Sitz in der Landeshauptstadt sind rund 200 Gläubiger betroffen. Die Frist zur Anmeldung von Forderungen läuft bis 17. Jänner 2011. Für den 31. Jänner 2011 wurde beim Landesgericht Eisenstadt eine Sanierungsplan- und Prüfungstagsatzung angesetzt.

Als Folge eines Rechtsstreits wegen eines Großauftrages mit dem Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland habe sich der Geschäftsführer zur Beantragung des Insolvenzverfahrens gezwungen gesehen. Beide Parteien hatten wechselseitig beträchtliche Forderungen erhoben.

Das Unternehmen hat eine Sanierunsplanquote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren erfüllt werden soll. Aus Sicht des KSV1870 enthalte das vorliegende Anbot lediglich die gesetzlichen Mindesterfordernisse und werde vom Kreditschutzverband vorerst "als reines Formalanbot" gewertet. "Wir werden nach Vorliegen aller Prüfergebnisse eine realistische Verbesserung des Zahlungsvorschlages fordern", erklärte Insolvenzexperte Alexander Klikovits.