Erstellt am 16. März 2016, 06:34

von NÖN Redaktion

Sonnentherme: 3,6 Millionen mehr „geflossen“. Rechnungshofbericht kritisiert unter anderem, dass das Budget bei der Erweiterung des Resorts im Jahr 2012 um rund 16 Prozent überschritten wurde.

Sonnentherme Lutzmannsburg |  |  NOEN, BVZ

Vor Kurzem präsentierte der Landesrechnungshof (LRH) den aktuellen Bericht über Erweiterung und Attraktivierung des Thermenresorts Lutzmannsburg im Jahr 2012. Fazit: Die Kosten seien bei dem Umbau um 3,6 Millionen Euro überschritten worden, weiters werden unter anderem Planungen und die Kontrolle des Baufortschrittes kritisiert.

Der damalige WiBAG-Aufsichtsrat und die Generalversammlung der Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau GmbH beschlossen den Resortausbau 2011, die genehmigte Projektsumme betrug 22,3 Millionen Euro. Mit dem Bau begonnen wurde 2012.

Der Rechnungshof merkte an, dass bei der Auftragsvergabe keine verbindlichen Regelungen zugrunde lagen. Die Auftraggeber wendeten weder das Bundesvergabegesetz noch interne Vergaberichtlinien an.

Silent Dome entfernt – Gäste wurden weniger

Für Kritik sorgten nach dem Umbau vor allem die „Entsorgung“ des ehemaligen Ruhebereichs Silent Dome sowie die neuen Fliesen. „Im laufenden Betrieb traten auf der neuen Bodenverfliesung in der Therme vermehrt Unfälle auf“, heißt es dazu im Bericht.

2014 musste daher ein umfassender Fliesentausch vorgenommen werden. Noch 2012 – bereits wenige Monate nach den Umbau – hatten indes private Hoteliers und Politiker der Region die Errichtung eines neuen Ruhebereichs gefordert, da umliegende Nächtigungsbetriebe durch die Angliederung des ehemaligen Silent Domes an das Thermenhotel Sonnenpark eine Wettbewerbsverzerrung gegeben sahen und sich um das Ausbleiben von „ruhesuchenden“ Thermengästen sorgten.

Während der Businessplan für den Zeitraum 2013 bis 2014 von rund 1,05 Millionen Thermengästen ausging, verzeichnete man laut Rechnungshofbericht in diesem Zeitraum tatsächlich um 218.713 Thermenbesucher weniger, was einem Minus von 21 Prozent entspricht.

Aus der Region werden Konsequenzen gefordert

„Bei einer Kostenüberschreitung von 16 Prozent und schwersten Planungs-, Ausschreibungs- und Vergabemängeln muss es klare Konsequenzen für die Verantwortlichen geben“, meint etwa SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Landtagsabgeordneter Peter Rezar.

Trotz der gewaltigen Investition und  der unfassbaren Kostenüberschreitung seien schwerste strategische Fehler passiert, zum Nachteil der gesamten Region. ÖVP-Nationalrat Niki Berlakovich betont, dass man mit der Summe, die die Mehrkosten ausgemacht haben, die längst überfällige Investition in den Ruhebereich durchführen hätte können.

„Die Verschwendung von Steuergeld muss unbedingt aufgeklärt werden. Der Bericht zeigt, dass Fehler passiert sind und Gästeschichten weggebrochen sind. Das Land muss schleunigst handeln und in die Therme investieren“, so Berlakovich.

Wenn Erklärung fehlt, wird gehandelt werden

LBL-Landtagsabgeordneter Manfred Kölly, der Nachteile für den Bezirk und die Gemeinden ortet sowie davon spricht, dass Hotelbetreiber massiv geschädigt wurden, möchte indes die Privatisierung der Therme vorantreiben.

„Ich habe einen westösterreichischen Hotelbetreiber, der die Therme kaufen könnte“, so Kölly (

und unten).

„Für mich ist wichtig, dass die Gemeinden in Form einer finanziellen Beteiligung mit im Boot sein können. Was wir jetzt brauchen, ist eine Aufstellung, welchen Kaufpreis das Land verlangt und in welcher Zeit der Kauf abgewickelt werden könnte.“

Landeschef Hans Niessl (SPÖ) kündigte in einer ersten Reaktion an, dass man die Vorgänge rund um die Therme genau durchleuchten werde: Seien diese nicht zufriedenstellend, müsse es Konsequenzen geben, erklärte Niessl.

BVZ.at hatte berichtet: