Erstellt am 12. September 2011, 11:44

Sorgen um Kredite in Ungarn belasten Austro-Banken. Die Ankündigung der ungarischen Regierungspartei Fidesz, den ungarischen Kreditnehmern eine begünstigte Rückzahlung von Fremdwährungsdarlehen ermöglichen zu wollen, hat am Montag zu einem weiteren Banken-Kursrutsch an der Wiener Börse beigetragen.

Denn Österreichs Banken haben in großem Stil Franken-Kredite in Ungarn vergeben und könnten nun massive Verluste erleiden.

Offenbar plant der ungarische Ministerpräsident Orban, die Rückzahlung von Fremdwährungskrediten in Schweizer Franken und möglicherweise auch in Euro zu einem begünstigten Kurs zuzulassen. Damit würden Zehntausende Schuldner entlastet, deren Rückzahlungssumme entsprechend der durch die Stärke der Fremdwährungen gestiegen ist. Die Differenz sollten die vergebenden Banken tragen, hatte Fidesz-Fraktionschef Lazar am Freitag gesagt. Die genannten Kurse von 180 Forint je Franken und 250 Forint je Euro liegen um 23 bzw. 11 Prozent unter den aktuellen Wechselkursen.

Die österreichischen Banken wollten sich zunächst nicht zu den Plänen der Regierung Orban äußern und verweisen auf die noch unklare Nachrichtenlage. Die Erste hat nach eigenen Angaben in Ungarn drei Milliarden in Schweizer Franken vergeben. Das Gesamtkreditvolumen beläuft sich auf 134 Mrd. Euro. "Unsere gesamten Privatkundenkredite in Schweizer Franken belaufen sich in der gesamten Region auf 3,4 Mrd. Euro", erklärte RBI-Sprecher Michael Palzer. Das entspreche 4,3 Prozent des Gesamtkreditportfolios der RBI. Von dem Kursmassaker am Montag waren freilich nicht nur die österreichischen Banken betroffen.