Erstellt am 09. Dezember 2011, 22:40

S&P droht Versicherern mit Herabstufung. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt und droht mit einer Herabstufung. Der Schritt sei eine Folge der ähnlichen Drohungen gegen 15 der 17 Staaten der Eurozone, teilte das Institut am Freitag mit.

Ob auch österreichische Unternehmen im Visier von S&P sind, war am Freitagabend vorerst nicht bekannt.

Zu den betroffenen Unternehmen gehören Allianz, Aviva, Axa, Mapfre und Generali. Mit der Einstufung "Creditwatch Negative" droht den Versicherern nicht nur eine Abstufung, die Agentur sieht außerdem eine höhere Dringlichkeit für etwaige eigene Maßnahmen. Statt mehrerer Monate hat S&P nun maximal 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Als Grund für den negativen Ausblick nannte S&P die Krise in der Eurozone. Im Zuge des angedrohten Entzugs der Spitzenbonität mehrerer Euroländer hatte die Agentur vor wenigen Tagen auch verschiedenen Großbanken der Eurozone mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht.

Über eine Herabstufung von Ländern der Eurozone wil die Ratingagentur nach eigenem Bekunden in den kommenden Tagen entscheiden. S&P werde die Auswirkungen des jüngsten EU-Gipfels auf das Vertrauen in der Wirtschaft und den Finanzmärkten analysieren, sagte S&P-Managerin Carol Sirou am Freitag dem französischen Hörfunksender BFM Business.

Die Agentur werde auch prüfen, ob die Vereinbarungen zu einer aggressiveren Rolle der Europäischen Zentralbank bei der Bekämpfung der Krise führten. Sirou leitet die französische Niederlassung von S&P. S&P hatte 15 Eurostaaten in dieser Woche mit einer Herabstufung innerhalb von drei Monaten gedroht und die Entscheidung vom Gipfeltreffen in Brüssel abhängig gemacht. Die EU-Staaten mit Ausnahme von Großbritannien beschlossen dort einen neuen Vertrag, um mehr Haushaltsdisziplin durchzusetzen und sich wirtschaftlich enger zu integrieren.