Erstellt am 05. Dezember 2011, 22:45

S&P senkt Ausblick für alle Triple-A-Euroländer. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat am Montag den Ausblick für 15 Eurostaaten, darunter Österreich auf negativ gesetzt.

Die Agentur gibt sich nun maximal 90 Tage Zeit, um über eine Herabstufung dieser Länder, darunter die sechs Euro-Staaten mit der Bestnote AAA, zu entscheiden. Basis für die Neubewertung sollen vor allem die Entscheidungen von dem EU-Gipfeltreffen Ende der Woche sein.

Triple-A-Länder der Eurozone sind neben Österreich noch Deutschland, Frankreich, Niederlande, Finnland und Luxemburg. Die Ratingagentur begründet ihren Schritt sehr stark mit Mängeln im politischen Management der Eurozone. Laut "Financial Times" hat S&P angekündigt, die Bewertung "so rasch wie möglich nach dem Gipfel" abzuschließen. Nach Angaben der britischen Zeitung steht die Chance auf ein Downgrade damit bei 50 Prozent.

"Wir sind der Meinung, dass der Mangel an Fortschritten, den die europäischen Politiker bisher dabei gemacht haben, eine Ausbreitung der Krise zu verhindern, strukturelle Schwächen im Entscheidungsprozess der Eurozone und der Europäischen Union widerspiegeln könnten", zitiert die Zeitung die Ratingagentur. Für Österreich hält sie spezifisch fest, das die im Verfassungsrang verankerte Schuldenbremse als glaubwürdiger Konsolidierungsschritt wichtig gewesen wäre. S&P wird nach dem Gipfel noch im Dezember zu einer Überprüfung der Zahlen in Österreich erwartet.

Ein Verlust der Topnote für die sechs kreditwürdigsten Länder der Eurozone hätte auch Folgen für den Euro-Rettungsfond EFSF, der wie seine garantiegebenden Länder ebenfalls mit der Bestnote bewertet ist.