Erstellt am 27. März 2015, 12:11

von APA/Red

Aufregung um neue Bahntrasse. Die Nicht-Umsetzung des "baureifen" Projekts Spange Götzendorf - die den Flughafen Wien in Schwechat mit der Ostbahn verbunden hätte und nun stattdessen durch eine neue Trasse entlang der A4 ersetzt werden soll - sorgt für Aufregung in den betroffenen Gemeinden entlang der B60.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
"Das Verhalten der ÖBB ist vernünftig nicht nachvollziehbar", sagte der NÖ LAbg. Lukas Mandl (ÖVP) am Freitag. Wenn Neuplanungen, von denen man erst über die Medien erfahren habe, für unvermeidbar gehalten würden, dann müsse dies gut begründet werden und vor allem seien die Gemeinden einbeziehen, betonte Mandl.

Spange für bessere Anbindung aus dem Burgenland

Rückendeckung bekam er in der Pressekonferenz in Götzendorf vom burgenländischem ÖVP-Klubobmann Rudolf Strommer. Man könne mit dem Zug von Salzburg mit nur ein Mal Umsteigen zum Airport gelangen, "aber von Neusiedl am See oder Bruck an der Leitha ist es nicht möglich, mit der Bahn zum Flughafen zu fahren", führte er als Beispiel an.

Mit der Spange Götzendorf wäre dies ermöglicht und damit eine bessere Anbindung aus dem Burgenland zur Verfügung gestellt worden. Denn laut dem ÖVP-Klubobmann arbeiten rund 4.000 Burgenländer im Bereich des Flughafens.

Erst im Jänner habe es ein positives Umweltverträglichkeitsgutachten für das Projekt gegeben. Diesbezügliche Planungskosten in Höhe von 5,8 Mio. Euro seien bereits entstanden, hielten Strommer und Mandl fest.

Durch eine Trassenverlegung würde nicht nur Geld in den Sand gesetzt werden, die Gemeinden müssten zudem mindestens weitere 20 Jahre auf die Umsetzung warten, die ursprünglich bis 2019 im ÖBB-Rahmenplan angedacht gewesen wäre.

"Verlange von den ÖBB, Farbe zu bekennen"

"Ich verlange von den ÖBB, Farbe zu bekennen", hob Mandl hervor. "Auch mehrere Straßenprojekte hängen davon ab", ergänzte Götzendorfs Bürgermeister Kurt Wimmer (ÖVP), der zudem auf die extrem langen Wartezeiten für Autopendler hinter den Bahnschranken im Ort verwies.

Laut den ÖBB war das Projekt bereits 2012 seitens der Regierung abgesagt worden. Planungen zu einer möglichen neuen Trasse mit einem Bahnknotenpunkt in Bruck an der Leitha gebe es aktuell nur "auf dem Schreibtisch". Verkehrsaufkommen und Passagierströme würden analysiert, einen Auftrag seitens der Regierung habe man aber nicht, hieß es.

In diesem Zusammenhang brachte nun der burgenländische Abgeordnete Niki Berlakovich (ÖVP) eine Anfrage an den zuständigen Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) ein. Antworten sollten bis zum 25. April vorliegen.