Erstellt am 29. Mai 2012, 13:55

Spanien-Sorgen setzen Euro weiter zu. Die sich zuspitzende Schuldenkrise in Spanien versetzt die Anleger am Devisenmarkt weiter in Aufruhr. Der Euro hielt sich Dienstagmittag mit 1,2529 Dollar nur knapp über seinem Zwei-Jahres-Tief.

Der gern als sicherer Hafen angesteuerte Bund-Future markierte mit 144,58 Punkten ein neues Rekordhoch. Anleger fürchten, dass Spanien die Krise ohne internationale Hilfsgelder nicht in den Griff bekommt. "Bereits Griechenland, Irland und Portugal haben bis zur letzten Minute behauptet, es ohne fremde Hilfe schaffen zu können, bevor sie schließlich Hilfe in Anspruch nehmen mussten", schrieb Commerzbank-Experte Lutz Karpowitz in einem Kommentar.

Zuletzt sorgten gleich mehrere Nachrichten aus Spanien für neue Schockwellen. Zum einen bat ausgerechnet die reichste autonome Region des Landes, Katalonien, die Zentralregierung um Finanzierungshilfe. Zum anderen kommt die schwächelnde Bankenbranche nicht auf die Beine. Die Sparkasse Bankia meldete einen Finanzierungsbedarf von zusätzlich 19 Mrd. Euro. Der Mutterkonzern BFA korrigierte seine Unternehmensergebnisse für 2011 und weist nun einen Milliardenverlust aus.

Nach Reuters-Informationen will Spanien Bankia nun mit Hilfe neuer Schulden rekapitalisieren. Viele Experten fürchten, dass sich die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone übernehmen könnte. "Spanien muss sein Reform- und Sparprogramm durchdrücken und gleichzeitig seine Banken retten. Das ist nicht gerade leicht", sagte Helaba-Analystin Viola Julien.

Die EU-Kommission steht unterdessen in Kontakt mit Spanien über die Rettung der maroden Sparkasse Bankia. Bisher läge aber noch kein offizieller Plan vor, sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag.