Erstellt am 20. Juni 2012, 13:00

Spanien stellt bald Hilfsantrag für Banken. Der Hilfsantrag soll demnach zunächst an den Euro-Rettungsfonds EFSF gerichtet werden und dann vom neuen ESM-Fonds übernommen werden, wenn dieser einsatzbereit ist.

Nach langem Zögern hatte Spanien am 9. Juni angekündigt, offiziell um finanzielle Hilfe für die Stützung seiner Banken zu bitten. Die Euro-Länder gaben dafür bereits grundsätzlich ihre Zustimmung und stellten einen Betrag von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht. Es wird erwartet, dass der spanischen Regierung am Donnerstag Berichte der beiden Wirtschaftsberatungsfirmen Roland Berger und Oliver Wyman über den genauen Finanzbedarf der spanischen Bankenbranche vorliegen, die unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidet.

"Wir müssen Sicherheit schaffen, damit kein Zweifel daran bleibt, dass dieses Problem gelöst wird", sagte der EU-Diplomat. "Das Vertrauen muss wiederhergestellt werden." Nachdem die Regierung in Madrid ihre geplante Anfrage an den Euro-Rettungsfonds bekannt gegeben hatte, war das Land in Probleme an den Finanzmärkten geraten. Die Renditen für spanische Staatsanleihen schossen in die Höhe und waren am Montag für zehnjährige Anleihen erstmals seit der Schaffung der Euro-Zone auf über sieben Prozent gestiegen - ein Zeichen für das wachsende Misstrauen der Anleger in die finanzielle Stabilität des Landes.

Am Mittwoch lag die Rendite für die Zehnjahresanleihen zwar bei knapp unter sieben Prozent, aber damit immer noch bei einem Wert, der langfristig für einen Staat als nicht tragbar gilt. Haushaltsminister Cristóbal Montoro beharrte jedoch im spanischen Parlament darauf, dass der Staat selbst keine Hilfe der Euro-Partner benötige: "Spanien wurde nicht gerettet und muss nicht gerettet werden", sagte er.