Erstellt am 29. Mai 2012, 11:50

Spanische Bankenkrise trifft Österreich indirekt. Die österreichische Wirtschaft ist von der Bankenkrise in Spanien nur indirekt betroffen. Die heimischen Banken halten "nicht im großen Ausmaß" spanische Staatsanleihen.

Der Außenhandel ist nicht so eng verflochten wie etwa mit Italien, sagte die Finanzmarkt-Expertin des Instituts für höhere Studien (IHS), Ines Fortin. Trotzdem könnten die spanischen Probleme über Handelspartner nach Österreich schwappen. An den Finanzmärkten passiere sehr viel über Erwartungen, erklärte Fortin die Börsenpsychologie. Sie bejahte einen Zusammenhang zwischen Griechenland und Spanien. Das fehlende Vertrauen wirke sich derzeit auf die spanische Wirtschaft aus, so Fortin.

Ob Spaniens Gelder für die Bankenrettung ausreichen, ist für die IHS-Expertin schwer zu sagen. Das Verhalten der Anleger an den Finanzmärkten sei entscheidend, ob Spanien auf die EU-Hilfe verzichten kann. Vergangenen Freitag wurde bekannt, dass der Staat der Großbank Bankia mit mehr als 23 Mrd. Euro aushelfen muss.

"Das wichtigste ist Vertrauen", betonte Fortin. Bei allen Krisen komme der Zeitpunkt, an dem wieder an ein Wirtschaftswachstum geglaubt wird - "dann dreht die Stimmung", sagte Fortin. Für den Umschwung seien aber politische Maßnahmen auf Budgetseite durch Sparen und Stimulieren notwendig.