Erstellt am 02. August 2013, 13:49

Spatenstich für ÖBB-Terminal Wien-Inzersdorf. Die ÖBB errichten im Süden Wiens den neuen Güterterminal Inzersdorf mit 55 Hektar (40 Fußballfelder). Bis 2017 soll das Großprojekt, für das die Bundesbahnen rund 300 Mio. Euro locker machen, fertiggestellt sein.

145.000 Container pro Jahr sollen im künftigen Logistikzentrum, für das am Freitag der Spatenstich erfolgte, umgeschlagen werden können. Zudem gibt es eine spätere, im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung bereits genehmigte Erweiterungsoption, wodurch die Kapazität auf insgesamt 270.000 Container beinahe verdoppelt werden könnte.

Durch den neuen Terminal verlagern die ÖBB nicht nur ihr Frachtgeschäft vorwiegend an den Stadtrand, sondern steigern zugleich ihre Kapazitäten. In der ersten Ausbaustufe erwartet man einen Umschlag von rund 2,6 Mio. Tonnen pro Jahr in Inzersdorf. Zum Vergleich: 2008 - aktuellere Zahlen gibt es laut Verkehrsministerium nicht - wurden an den Standorten Nordwestbahnhof, Wiener Neustadt und Hirschstetten gemeinsam 1,9 Mio. Tonnen umgeschlagen.

Durch Bahnhof "Betriebsabläufe wesentlich einfacher und damit effizienter"

ÖBB-Chef Christian Kern sprach am Freitag von einem wichtigen Investment in die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene. Der neue Frachtenbahnhof werde die Betriebsabläufe wesentlich einfacher und damit effizienter machen, hieß es. Zusätzlich erspart man sich ab 2017 Verschub- und Leerfahrten durch die Stadt.

Die Anlage entsteht an der Schnittstelle der Pottendorfer Linie und der Schnellstraße S1, unmittelbar neben dem östlichen Gleis des ehemaligen Bahnhofs Inzersdorf-Metzgerwerke. Unterm Strich werden 31 Kilometer Gleisanlagen u.a. für die Be- und Entladung von Waggons sowie für Teilung und Umreihung von Garnituren verbaut. Dazu kommen Containerlagerflächen im Ausmaß von 37.000 Quadratmetern und 28.000 Quadratmeter Gebäudeflächen.

S1-Anschlussstelle: Vernetzung als wichtiger Punkt

Die Asfinag sorgt außerdem für eine Anschlussstelle zur S1. Vernetzung sei wichtig, betonte Klaus Schierhackl, Vorstandschef der Autobahnbaugesellschaft. Denn: "Verkehrspolitik, die nur auf die Autobahn abzielt, funktioniert nicht."

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) freute sich über ein "Logistikcenter von europäischer Dimension". Ziel sei es, Europameister in Sachen Schienengüterverkehr zu werden, gab sich die Ressortchefin alles andere als bescheiden. Sollte tatsächlich der Bedarf nach der bereits im UVP-Verfahren genehmigten Inzersdorf-Erweiterung bestehen, könne dies ohne Beeinträchtigung der dann bereits bestehenden Anlage erfolgen, wurde versichert.

Das neue Terminal macht gleichzeitig den ÖBB-Umschlagplatz am Nordwestbahnhof obsolet. Deren Auflassung freut die Wiener Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), denn dadurch werde ein "hochwertiges Areal" für die Stadtentwicklung freigegeben. Auf 44 Hektar sollen Wohnungen für knapp 12.000 Menschen und 5.000 Arbeitsplätze entstehen.