Erstellt am 21. September 2012, 09:20

Spatenstich läutete Baustart für Umfahrung Schützen ein. Mit dem Spatenstich am Donnerstag erfolgte offiziell der Baubeginn der Umfahrung Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Landesrat Helmut Bieler sprach vom „wohl emotionalsten Straßenbauprojekt des Landes“.

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In Anwesenheit vieler Vertreter der Politik des Landes (an der Spitze Landeshauptmann Hans Niessl), des Ortes, der zuständigen Fachabteilungen des Landes, der Blaulichtorganisationen und zahlreicher Ortsbewohner wurde der Bau offiziell eingeläutet. LH Niessl und Straßenbaulandesrat Landesrat Helmut Bieler betonten: „Wir halten unser Versprechen und werden die Bevölkerung von der enormen Verkehrslawine entlasten sowie die Verkehrssicherheit im Ortsgebiet wesentlich erhöhen.“

Landesrat Bieler bezeichnete das nunmehr im Bau befindliche Projekt in Schützen als „das wohl emotionalste Straßenbauprojekt des Landes“. 88 % der Schützener hatten sich bereits 2001 bei einer Volksbefragung für die 5,2 km lange Umfahrung ausgesprochen.

Das technische Projekt sei von der Straßenbauabteilung termingerecht Mitte des Jahres 2011 abgeschlossen worden, der angekündigte Baustart mit Juli 2011 hätte eingehalten werden können, verzögerte sich jedoch aufgrund von Einsprüchen, wie Bieler festhielt: „Viele Prüfungen, Planungen, Untersuchungen und Bescheide waren für die Umsetzung dieses Straßenprojektes erforderlich. Jeder Schritt, der die Realisierung der Umfahrung Schützen näher rücken ließ, wurde von den Projektgegnern beeinsprucht und mit juristischen Mitteln bekämpft. Das brachte eine Verzögerung von mehr als einem Jahr. Alle notwendigen Bescheide wurden positiv ausgestellt.“

LH Niessl freute sich auf die Umsetzung des Projektes: „Die Umfahrung bringt mehr Lebensqualität und Verkehrssicherheit der Bürgerinnen und Bürger von Schützen, die sich derzeit täglich vor ihren Häusern mit der am meisten befahrenen Ortsdurchfahrt des Burgenlandes konfrontiert sehen. Wir bauen auf das Burgenland, deshalb freut es freut mich besonders, dass eine burgenländische Firma beim Bau zum Zug gekommen ist." Die Firma Granit aus Rechnitz konnte die erste von zwei Ausschreibungen für sich entscheiden. Bereichsleiter Ing. Walter Kriegl koordiniert und setzt dieses Baulos vom Standort Rechnitz aus um.

Der geschätzte Auftragswert lag unter 1 Million Euro. Deshalb wurde die Möglichkeit für die regionalen Unternehmungen des Burgenlandes ausgeschöpft und eine zweiteilige Ausschreibung der Umfahrung gewählt. Als erstes wurden jene Maßnahmen ausgeschrieben, die eine schnelle Umsetzung des Gesamtprojektes gewährleisten, also die geotechnischen Maßnahmen und Brückenobjekte. Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für die zweite - EU-weite Ausschreibung, die als nächstes durchgeführt wird.
 
Die Grüne äußerten sich ebenfalls zum Spatenstich. „Anfang des Jahres 2012 wurde das größte Sparpaket der 2. Republik geschnürt, sogar die Förderungen bei Gesundheitsleistungen für Babys wurden im Burgenland gekürzt – aber Millionenaufträge für Baukonzerne werden freihändig vergeben. Dass ein sozialdemokratischer Finanz- und Straßenbau-Landesrat so agiert, ist eine Schande. Helmut Bieler lächelt auf den Spatenstich-Fotos auf Kosten der sozial Schwächsten im Land. Aber natürlich: Irgendwer wird von den Bauaufträgen schon auch profitieren“, kritisiert der Grüne Landtagsabgeordnete Michel Reimon. Die Grünen fordern, die Auftragsvergabe für den Umfahrungsbau in allen Details öffentlich zu machen, den Bau zu stoppen und das Geld ins Sozialbudget oder in den öffentlichen Verkehr (der nachhaltige Arbeitsplätze schafft) umzuschichten.